Wohl selten wird in einem Kapitalmarktbericht von Goethe zitiert. Heute passt es dennoch. Denn Goethe´s Gedicht beschreibt die Liebe und das menschliche Leid während des 80 jährigen Krieges zwischen den Niederlanden und Spanien um 1568.

Zwar ist das aktuelle Umfeld im Vergleich weniger dramatisch wie zur damaligen Zeit, aber die beschriebenen menschlichen Reaktionen gelten auch heute noch.

Denn Stimmungen bestimmen nicht nur den Alltag, sondern auch teilweise das Geschehen an den Kapitalmärkten.

Im Regelfall werden konjunkturelle Entwicklungen, Unternehmensergebnisse oder der technische Wandel stets versachlicht und ohne Emotionen gewertet.

Anders ist das im Fall von exogenen Schocks wie der Corona-Pandemie oder des Russland-Ukraine-Krieges. Hier wird es zumeist hochemotional und sachliche Argumente verlieren zuweilen an Bedeutung.

Das ein oder andere Ereignis verliert dann im Rückspiegel der Geschichte seinen Schrecken. Jüngstes Beispiel ist der Rückgang am Kapitalmarkt in der Corona-Krise.

 

Fragt man heute Investoren, dann ist ihnen natürlich im Nachgang alles klar und völlig einleuchtend. Fakt ist aber, dass wohl alle Investoren im März 2020 stark verunsichert waren, aber der Moment der größten Unsicherheit sich im Nachgang als ein sehr guter Investitionszeitpunkt dargestellt hat. 

Fast genau 2 Jahre später ein neuer exogener Schock: 

Russland dringt militärisch in der Ukraine ein und Europa muss sich die Frage der Energiesicherheit neu beantworten. Ein erneuter Lockdown in China von 8 Wochen lässt erneut die Lieferketten reißen und führt zu Güterengpässen weltweit. Beides zusammen lässt die Inflation stark steigen. 

Die Folge ist eine ähnlich schlechte Stimmungslage an den Kapitalmärkten wie in der Coronapandemie. 

Nachfolgende „Stimmungsindikatoren“ beschreiben sehr gut die aktuelle Gemütslage der Investoren. 

Absolutes Stimmungstief bei den Fondsmanagern: 

 

Die Konjunkturerwartung (rote Linie) ist auf einem Tiefpunkt: 

 

Zahlreiche weitere Stimmungsindikatoren würden ein ähnliches Bild zeigen. Fast scheint es so, dass es zu ähnlichen Stimmungstiefs wie während der Coronazeit gekommen ist. 

Aber per heute können wir nicht in den Rückspiegel schauen, sondern müssen in der Ungewissheit über die Zukunft entscheiden und handeln. Natürlich können wir keine Aussage treffen, wie lange die aktuelle Krise andauert, aber eines ist trotzdem klar: Die Kursrückgänge der letzten Wochen haben die Bewertungen in vielen Segmenten stark verringert und lassen die Bewertungsniveaus attraktiv erscheinen. 

Für Investoren, die in Qualitätswerte investieren möchten, kann dies vielleicht der „Corona-Moment“ sein. 

 

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Ihre 

DRH Vermögensverwaltung GmbH im Juli 2022