In diesem Monat teilen wir unseren Marktkommentar in besonderer Form: als Gastbeitrag von Marco Rumpf bei DAS INVESTMENT. Im Fokus steht die Frage, warum die US-Börsen trotz Nahost-Konflikt, hoher Ölpreise und ausbleibender Zinssenkungen weiter Stärke zeigen. Die Antwort liegt vor allem in den deutlich besser als erwarteten Unternehmensgewinnen.

 

Das Investment vom 11.05.2026 | Gastkommentar von Marco Rumpf:

Ein Barrel WTI-Öl kostet fast 100 Dollar, die US-Wirtschaft schwächelt – trotzdem erreicht die Wall Street neue Rekorde. Für Marco Rumpf kein Widerspruch.

Die Straße von Hormus dominiert weiterhin die Schlagzeilen. Derzeit ist unklar, wie viele Schiffe die nur 34 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Iran und Oman passieren. Die Angaben der USA und des Irans widersprechen sich. So oder so werden es nicht besonders viele Öltanker sein.

Eine Gallone Benzin kostet in den USA derzeit mehr als 4 Dollar – für amerikanische Verhältnisse ist das ausgesprochen viel. Und eine erste Billig-Airline musste aufgrund der rasant gestiegenen Kerosinpreise bereits den Flugbetrieb einstellen.

Gleichzeitig wuchs die US-Wirtschaft im ersten Quartal nur um 2 Prozent. Das war zwar spürbar mehr als im Schlussquartal des vergangenen Jahres, die Erwartungen der Volkswirte wurden jedoch nicht erfüllt. Sie hatten beim Bruttoinlandsprodukt ein Plus von 2,3 Prozent erwartet. Trotzdem notiert der S&P 500 auf Rekordniveau.

Dieser vermeintliche Widerspruch lässt sich erklären. Die Berichtssaison zum ersten Quartal des laufenden Jahres verläuft in den USA deutlich besser als von den Analysten erwartet. Bisher haben 89 Prozent der Unternehmen des S&P 500 ihre Ergebnisse für die ersten drei Monate veröffentlicht. Diese sind insgesamt sehr viel besser ausgefallen als prognostiziert.

Deutlich über dem historischen Durchschnitt

Von den Unternehmen, die ihre Zahlen bereits publiziert haben, haben 84 Prozent diePrognosen der Unternehmensanalysten übertroffen. Dass die US-Firmen besser als erwartet abschneiden, ist nicht ungewöhnlich. Das Ausmaß ist es schon. In den zurückliegenden fünf Jahren haben im Durchschnitt 78 Prozent der Unternehmen beimGewinn je Aktie die Erwartungen übertroffen. In den vergangenen zehn Jahren waren es„nur“ 76 Prozent.

Nicht nur die Zahl der Unternehmen, die die Prognosen schlagen, fällt ausgesprochen positiv aus, sondern auch das Ausmaß der Überraschungen. Die gemischte Gewinnwachstumsrate, also die tatsächlichen Ergebnisse von Unternehmen, die bereits berichtet haben, und die geschätzten Ergebnisse von Unternehmen, die noch keine Zahlenvorgelegt haben, lag zuletzt bei 27,7 Prozent. Ende März, als noch keine tatsächlichen Ergebnisse publiziert waren, sondern ausschließlich Prognosen, belief sich der Wert noch auf 13,1 Prozent. Die Gewinne der US-Unternehmen steigen also deutlich stärker alsursprünglich erwartet.

Vor allem die Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation und Nicht-Basiskonsumgüter erzielen deutlich höhere Gewinne als von den Analysten vorhergesagt. Auch die Branchen Rohstoffe, Finanzen und Industrie schneiden auffallend positiv ab. Das zeigt, dass nicht nur die großen amerikanischen Technologiekonzerne mit KI-Fantasie für das Gewinnmomentum sorgen, sondern mittlerweile der breite Markt. Von der digitalenRevolution profitieren eben nicht nur die Mag 7, sondern auch ein Unternehmen wie Caterpillar. Enttäuschend schneiden hingegen die Unternehmen aus dem Healthcare-Sektor ab.

Das Ende dieser extrem positiven Entwicklung ist noch nicht in Sicht. Die erwarteten Gewinnwachstumsraten für das zweite Quartal wurden zuletzt zum Teil deutlich nach oben revidiert. Am stärksten ist dies im Energiesektor der Fall. Hier erwartet der Markt für das zweite Quartal eine Gewinnsteigerung von fast 102 Prozent. Ende März lag das prognostizierte Plus noch bei etwas mehr als 45 Prozent. Dabei fällt auf, dass die Gewinnmarge im Energiesektor zuletzt leicht rückläufig war. Das erwartete Gewinnwachstum resultiert also nicht aus einer operativen Effizienzsteigerung, sondern aus einer massiv höheren Nachfrage.

Frühindikator signalisiert Wachstum

Es gibt noch eine weitere Entwicklung, die für die Wall Street positiv stimmt. Im Februar stieg der ISM-Einkaufsmanagerindex auf mehr als 50 Punkte, was auf Wachstum hindeutet. Jetzt signalisieren extrem hohe Investitionen in Halbleiter auf einen weiteren Anstieg des Frühindikators auf über 60 Punkte. Das spricht für ein extrem starkes Wirtschaftswachstum der USA.

Ein Manko gibt es derzeit jedoch dennoch: Die Fed wird dieses Jahr wohl nicht mehr die Zinsen senken. Dagegen sprechen die (zu) hohe Inflation und der robuste Arbeitsmarkt. Dafür ist vor den Midterms mit fiskalischen Stimuli zu rechnen.

Die Bären führen immer wieder an, die Wall Street sei sehr hoch bewertet. Auf den ersten Blick mag das stimmen. Doch die US-Unternehmen rechtfertigen diese Bewertungen mit ihrer starken Gewinndynamik immer wieder. Insgesamt lässt das ein weiteres gutes Aktienjahr in den USA erwarten – trotz des Konflikts im Nahen Osten.

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Disclaimer:

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Wir haben uns bemüht, diese Angaben nach bestem Wissen und Gewissen zusammenzustellen. Sie wurden – teilweise auf Basis und unter Rückgriff der Informationen Dritter – recherchiert. Einzelne Angaben können sich insbesondere durch Zeitablauf oder infolge von gesetzlichen Änderungen als nicht mehr zutreffend erweisen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität sämtlicher Angaben kann daher keine Gewähr übernommen werden. 

Mit diesen Mitteilungen erbringen wir keine Anlageberatung und keine Vermögensverwaltung. Sie sind allgemeiner Art und können keine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestellte anleger- und objektgerechte Beratung sowie eine umfassende Risikoaufklärung ersetzen; sie berücksichtigen ferner nicht die Risikobereitschaft der Anleger bzw. Geeignetheit der Finanzprodukte. Auch soweit wir Ihnen Börsen-, Produkt- und/oder Marktinformationen liefern, stellen diese keine Anlageberatung dar. 

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Dargestellte Beispiele und Beispielrechnungen und Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Beschriebene bisherige Wertentwicklungen lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. 

Bei diesen Angaben und Informationen handelt es sich um Marketingmitteilungen gemäß Art. 36 Abs. 2 Delegierte Verordnung (EU) und nicht um Finanzanalysen. 

Jede Investmententscheidung sollte deshalb unter Zuziehung eines qualifizierten Beraters und Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse des Anlegers geprüft werden. Bitte setzen Sie sich dazu persönlich mit uns in Verbindung. 

Soweit steuerliche oder rechtliche Belange berührt werden, sollten diese vom Adressaten mit seinem Steuerberater bzw. Rechtsanwalt geprüft und erörtert werden. 

Projekt September 2025:

In der Familienwohngruppe Planitz des „Zwickauer Kinderhausverein e.V.“ leben Kinder und Jugendliche in einem stabilen und liebevollen familienähnlichen Zuhause. Sie erhalten Unterstützung im Alltag, in der Schule und in ihrer persönlichen Entwicklung. Mit dem Projekt „Vom Apfel zum Apfelsaft“ sollten die Kinder lernen, was alles dazugehört, um Apfelsaft selbst herzustellen. Dabei wird ihnen vermittelt, Verantwortung zu übernehmen und mit handwerklichem Geschick im Team zu arbeiten. Letztendlich erleben die Kinder wie schön es ist, etwas Eigenes und Sinnvolles geschaffen zu haben. Damit dieses Projekt umgesetzt werden konnte, haben wir gern die nötige Grundausstattung für die Herstellung von Apfelsaft finanziert.

Projekt Dezember 2025:

Die Frühförderstelle der „Lebenshilfe Westsachsen e.V.“ Wilkau-Haßlau kümmert sich um Kinder mit Sprachstörungen. Für die gezielte Förderung und Behandlung entwicklungsverzögerter und behinderter Kinder wurden verschiedene Arbeitsmaterialien benötigt. Damit können ganzheitliche Förder- und Therapieinhalte besser umgesetzt werden. Die Sprachentwicklung, als wichtiger Bestandteil in der kindlichen Entwicklung, beginnt schon frühzeitig und ist im besonderen gesellschaftlichen Interesse. Ziel ist es, den betroffenen Kindern den Einstieg in ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Unsere Stiftung hat dieses Projekt gern mit einem Betrag in Höhe von 1.800 € unterstützt.

Projekt November 2025:

Im Gelände des SBBZ-Freizeitzentrums „Alter Bahnhof“ in Wilkau-Haßlau befindet sich ein Indianercamp mit Spielplatz, der schon etwas in die Jahre gekommen ist. Einige Spielgeräte sind beschädigt oder veraltet, und der Platz entspricht nicht mehr in allen Bereichen den heutigen Anforderungen an Sicherheit und Inklusion. Deshalb möchte der Sprach,- Bildungs- und Beratungszentrum e.V. den Spielplatz nicht nur renovieren, sondern auch durch ein bis zwei neue Spielgeräte ergänzen. Viele Kinder, die diesen Spielplatz besuchen, kommen u.a. aus schwierigen Familienverhältnissen oder / und hatten belastende Erlebnisse. Einige von ihnen sind traumatisiert. Diese Kinder müssen mit sozialen und individuellen Einschränkungen leben, die ihren Alltag stark prägen.

Für dieses umfassende Projekt konnten wir dankenswerterweise den Verein „Leser helfen“ der „Freien Presse“ gewinnen und somit die Finanzierung gemeinsam ermöglichen. Die DRH Stiftung Kinderhilfe beteiligte sich an den Kosten mit einem Betrag in Höhe von 3.000 EUR.

Projekt November 2025:

In der „Heilpädagogischen Wohngruppe“ Reichenbach/Vogtl. leben 9 Kinder und Jugendliche, die aus den verschiedensten Gründen nicht bei ihren Eltern aufwachsen können und von 5 pädagogischen Fachkräften rund um die Uhr betreut werden. Dort erfahren die Heranwachsenden echte Anteilnahme, Engagement und viel liebevolle und persönliche Zuwendung. Die Einrichtung der Kinderarche Sachsen e.V. verfügt über ein Außengelände, das dringend erneuert werden musste, da es nicht mehr zu den verschiedenen Bedürfnissen der Kinder passte. Dabei ist gerade der Außenbereich für die Kinder sehr wichtig – als Ort zum Austoben, Entspannen, für Bewegung und Begegnungen. Hier entstehen Freundschaften, wächst Vertrauen und hier kann Kindheit wieder leicht sein. Deshalb wollte die Einrichtung das Außengelände zu einem lebendigen, sicheren und naturnahen Erlebnisraum gestalten, der allen Altersgruppen gerecht wird.

Für dieses anspruchsvolle Projekt konnten wir abermals den Verein „Leser helfen“ der „Freien Presse“ um Hilfe bitten und somit die Finanzierung gemeinsam ermöglichen. Herzlichen Dank!

Der April 2026 stellt Anleger vor eine ungewöhnliche Herausforderung: Selten klaffte die Wahrnehmung an den Märkten so weit auseinander wie derzeit. Auf der einen Seite dominieren geopolitische Schlagzeilen – ein aktiver Krieg im Nahen Osten, die größte Unterbrechung des globalen Ölhandels seit den 1970er Jahren, ein Ölpreis, der zeitweise über 125 USD je Barrel notierte. Auf der anderen Seite berichten die Unternehmen, in die wir für Sie investiert sind, Quartal für Quartal von steigenden Gewinnen, positiver Guidance und robusten Margen.

Diese Divergenz ist nicht nur auffällig – sie ist historisch einmalig. Zum ersten Mal überhaupt stiegen die Gewinnschätzungen für den S&P 500 in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen, während die Aktienkurse im gleichen Zeitraum nachgaben. Was auf den ersten Blick beunruhigend wirkt, ist aus unserer Sicht ein klares Signal: Der Markt bewertet derzeit Risiken, keine Fundamentaldaten. Und genau darin liegt die Opportunität.

Wir nutzen diesen Kommentar, um Ihnen einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Wochen zu geben – von der geopolitischen Lage rund um die Straße von Hormus, über bedeutende regulatorische Weichenstellungen im digitalen Finanzbereich bis hin zu den Unternehmenszahlen des IV. Quartals 2025 und dem Ausblick auf die laufende Berichtssaison. Darüber hinaus erläutern wir, warum wir unsere Portfolioallokation im Energiebereich gezielt erweitert haben.

Unser Fazit vorweg: Wir bleiben investiert. Die fundamentale Basis ist intakt – und die Geschichte spricht dafür, dass sie sich gegenüber der Stimmung durchsetzen wird.

Geopolitik — Iran-Krieg und die Straße von Hormus

Am 28. Februar 2026 initiierten die USA und Israel koordinierte Luftangriffe auf iranische Militär- und Nuklearanlagen: Operation Epic Fury. Der Iran reagierte mit Raketenbeschuss auf US-Basen und israelische Städte und sperrte am 2. März die Straße von Hormus für den kommerziellen Schiffsverkehr.

Die strategische Bedeutung dieser Meerenge lässt sich kaum überschätzen: Rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gashandels passieren täglich das nur 34 Kilometer schmale Nadelöhr zwischen Iran und Oman. Die IEA bezeichnete die Schließung als größte Energieversorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarkts. Brent Crude stieg von rund 73 USD vor Kriegsbeginn auf zeitweise über 125 USD je Barrel, der US-Benzinpreis überschritt die Marke von vier Dollar je Gallone, und die Erwartung von Fed-Zinssenkungen für 2026 wurde faktisch vom Tisch genommen.

Am 8. April vereinbarten Washington und Teheran einen vorläufigen Waffenstillstand – die Märkte reagierten mit einer kräftigen Erholungsrallye, der Dow Jones verzeichnete seinen besten Tag seit einem Jahr. Die Erleichterung war jedoch nur von kurzer Dauer: Die Straße blieb de facto geschlossen, die Friedensgespräche in Islamabad scheiterten am 12. April, und Präsident Trump verkündete eine Marine- Blockade des Seewegs.

Unsere Einschätzung: Die Lage bleibt fragil, und kurzfristige Volatilität ist einzukalkulieren. Gleichzeitig zeigen die Märkte trotz allem eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Entscheidend ist dabei ein Blick hinter die Inflationsschlagzeile: Der Anstieg des US-Verbraucherpreisindex auf 3,3 Prozent im März ist nahezu vollständig auf den kriegsbedingten Energiepreisanstieg zurückzuführen – die Kerninflation, die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert, lag zuletzt bei lediglich 0,2 Prozent im Monatsvergleich. Für die Federal Reserve – und damit für die Zinsperspektive – ist die Kerninflation der maßgebliche Steuerungsindikator. Solange sie moderat bleibt, kann die Fed den ölpreisbedingten Inflationsschub als temporär einordnen und muss nicht mit restriktiven Maßnahmen reagieren. Das erhält den geldpolitischen Handlungsspielraum und stützt mittelfristig die Kapitalmärkte. In Kombination mit intakten Unternehmensgewinnen gibt uns das die Zuversicht, investiert zu bleiben.

Portfolioanpassungen — Energie breiter aufgestellt

Im vergangenen Monat haben wir unsere Portfolioallokation gezielt um den Energiesektor erweitert. Grundlage ist eine strukturelle Überzeugung: Politische und wirtschaftliche Stärke haben nur die Länder und Regionen, welche dauerhaften Zugriff auf preiswerte Energie haben, da die Nachfrage nach Energie in den kommenden Jahren massiv wachsen wird.

Wir setzen dabei bewusst auf die Aktienseite, also auf Produzenten, Minenbetreiber und Energieunternehmen selbst – und nicht auf rohstoffbasierte Zertifikate oder Future-Produkte. Der Grund ist struktureller Natur: Futures-basierte Produkte unterliegen sogenannten Rolleffekten, die entstehen, wenn auslaufende Kontrakte regelmäßig in neue umgeschichtet werden müssen. In einer Terminkurve, bei der spätere Liefertermine teurer sind als aktuelle, dem sogenannten Contango, führt dieses Rollen systematisch zu Performanceverlusten, die sich langfristig erheblich aufsummieren können. Aktienbasierte Investments in Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette bilden den strukturellen Nachfragetrend dagegen ohne diesen Kostennachteil ab und profitieren zusätzlich von Unternehmensgewinnen, Dividenden und operativem Hebel auf den Rohstoffpreis.

Konkret haben wir drei ETFs allokiert, die sich in ihrer Investitionsthese ergänzen: Kupferminen als Profiteure der KI-Infrastruktur, Uran und Kernkraft als gesicherte Grundlastlösung für den wachsenden Strombedarf, sowie breit aufgestellte Energieunternehmen aus den Industrieländern als stabiles Fundament – mit besonderem Fokus auf nordamerikanische Produzenten, die von erhöhten Ölpreisen profitieren, ohne den geopolitischen Risiken des Nahen Ostens direkt ausgesetzt zu sein.

Makrobild USA

Das makroökonomische Umfeld der USA bleibt trotz der geopolitischen Belastungen konstruktiv. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,7 Prozent – moderat, aber aufwärtsgerichtet, und damit das zehnte Quartal in Folge mit positivem Wachstum. Der Arbeitsmarkt präsentiert sich stabil: Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent, die Einkaufsmanagerindizes notieren mit 52,4 bis 52,6 Punkten klar im Expansionsbereich.

Die Inflationsdaten verdienen eine differenzierte Betrachtung. Der Verbraucherpreisindex stieg im März auf 3,3 Prozent, getrieben nahezu ausschließlich durch den kriegsbedingten Energiepreisanstieg. Die Kerninflation, die für die Fed der maßgebliche Steuerungsindikator ist, lag zuletzt bei lediglich 0,2 Prozent im Monatsvergleich und signalisiert keinen breit verankerten Preisdruck. Das gibt der Notenbank die Möglichkeit, den Ölpreisschock als temporär einzuordnen, ohne mit restriktiven Maßnahmen reagieren zu müssen. Zinssenkungen sind für 2026 zwar vorerst vom Tisch, ein struktureller geldpolitischer Gegenwind ist die aktuelle Lage jedoch nicht.

Insgesamt bleibt das Fundament solide: eine wachsende Wirtschaft, ein stabiler Arbeitsmarkt und eine Notenbank, die Handlungsspielraum hat.

Fundamentaldaten unserer Allokation

Die Berichtssaison zum IV. Quartal 2025 hat ein klares Bild hinterlassen: Die Unternehmen, in die wir für Sie investiert sind, liefern. 76 Prozent der S&P 500-Unternehmen übertrafen die Gewinnschätzungen der Analysten – exakt im Einklang mit dem langfristigen Zehnjahres-Durchschnitt. Das Gewinnwachstum lag bei 13,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert damit das fünfte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum. Das Umsatzwachstum von 8,8 Prozent war das höchste seit dem III. Quartal 2022 – und bereits das 21. Quartal in Folge mit positivem Umsatzwachstum.

Ein Blick auf unser Portfolio bestätigt dieses Bild und übertrifft es in Teilen sogar. Von den 115 Unternehmen in unserer Allokation, die im Berichtszeitraum Quartalszahlen veröffentlicht haben, lieferten 77,4 Prozent positive Gewinnüberraschungen und 74,8 Prozent positive Umsatzüberraschungen. Besonders hervorzuheben sind einzelne Positionen, die deutlich über den Erwartungen lagen: T-Mobile übertraf die Gewinnschätzungen um über 20 Prozent bei gleichzeitig positiver Kursreaktion, Mitsubishi Corp. überzeugte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn mit deutlichen positiven Überraschungen, und Amphenol – ein zentraler Zulieferer für KI-Infrastruktur und Rechenzentren – meldete eine positive Gewinnüberraschung von rund 23 Prozent. Auch Technologiewerte wie Meta, Microsoft und Nvidia lieferten solide Ergebnisse mit positiven Überraschungen.

Dass die Kurse nach der Meldung nicht durchgehend positiv reagierten – lediglich bei rund der Hälfte der Unternehmen – ist weniger ein Zeichen fundamentaler Schwäche als vielmehr Ausdruck des aktuellen Marktumfelds: Gute Zahlen werden eingepreist, Enttäuschungen hingegen unmittelbar abgestraft. Das unterstreicht, warum der Blick auf die Fundamentaldaten wichtiger ist als der Blick auf kurzfristige Kursreaktionen.

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass außergewöhnliche geopolitische Ereignisse außergewöhnliche Nervenstärke erfordern. Der Iran-Krieg und die Schließung der Straße von Hormus haben die Energiemärkte erschüttert, die Inflation kurzfristig angetrieben und die Stimmung an den Kapitalmärkten belastet. Doch wer hinter die Schlagzeilen schaut, findet ein anderes Bild: Die Unternehmen, in die wir investiert sind, wachsen, liefern positive Überraschungen und blicken zuversichtlich nach vorne.

Ausblick & Fazit

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Fünf Quartale in Folge zweistelliges Gewinnwachstum. Rekordwerte bei positivem Ausblick. Insider, die ihr eigenes Kapital einsetzen. Und eine historisch einmalige Situation, in der steigende Gewinnschätzungen auf fallende Kurse treffen – eine Konstellation, die in der Geschichte der Kapitalmärkte noch nie ohne anschließende Kurskorrektur nach oben geblieben ist.

Wir haben die aktuelle Lage genutzt, um unser Portfolio strukturell weiterzuentwickeln. Die Erweiterung im Energiebereich – mit Fokus auf Kupfer, Kernkraft und globale Energieproduzenten – ist keine reaktive Entscheidung auf den Iran-Krieg, sondern die konsequente Fortsetzung unserer langfristigen Investitionsthese: Die Welt braucht mehr Energie, und die Unternehmen, die diese liefern, werden davon profitieren, unabhängig davon, wann die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet ist.

Unsere Haltung bleibt unverändert: Wir bleiben investiert. Nicht trotz der aktuellen Unsicherheit, sondern weil die Fundamentaldaten uns darin bestätigen.

VERFASST VOM RESEARCH-TEAM DER DRH VERMÖGENSVERWALTUNG GMBH

 

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Wir haben uns bemüht, diese Angaben nach bestem Wissen und Gewissen zusammenzustellen. Sie wurden – teilweise auf Basis und unter Rückgriff der Informationen Dritter – recherchiert. Einzelne Angaben können sich insbesondere durch Zeitablauf oder infolge von gesetzlichen Änderungen als nicht mehr zutreffend erweisen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität sämtlicher Angaben kann daher keine Gewähr übernommen werden. 

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Die hier enthaltenen Informationen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Wertpapiere und sonstiger Finanzinstrumente zu verstehen und stellen weder ein Angebot zum Erwerb noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar. 

Dargestellte Beispiele und Beispielrechnungen und Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Beschriebene bisherige Wertentwicklungen lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. 

Bei diesen Angaben und Informationen handelt es sich um Marketingmitteilungen gemäß Art. 36 Abs. 2 Delegierte Verordnung (EU) und nicht um Finanzanalysen. 

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„Frag nicht, was etwas kostet, sondern was etwas wert ist.“ Dieser Leitsatz stand im Zentrum des Seminars „Relationing“, das unsere Kollegin Nadja Münzner kürzlich in Frankfurt am Main besuchte.

Die Veranstaltung der VuV-Akademie bildete für sie einen ersten Baustein im Zuge ihrer Weiterbildung zum zertifizierten Wealth Manager. Im fachlichen Austausch mit Dozent Dr. Stefan Söhngen und rund 30 Teilnehmern aus ganz Deutschland wurde eines deutlich: Bei der DRH Vermögensverwaltung sind echtes Netzwerken und ein nachhaltiger Beziehungsaufbau bereits tief in unserer DNA verankert.

Das Seminar bot eine hervorragende Plattform, um unsere bestehenden Standards zu reflektieren und wertvolle neue Impulse für unsere Beratungspraxis mitzunehmen.

Kontinuierliche Entwicklung als Unternehmenswert

Bei der DRH Vermögensverwaltung steht die kontinuierliche fachliche Weiterentwicklung unseres Teams an erster Stelle. Wir freuen uns, Nadja Münzner bei diesem nächsten Karriereschritt gezielt zu fördern und wünschen ihr viel Erfolg bei den kommenden Modulen ihrer Ausbildung. Wir sind gespannt auf den weiteren Input, den sie in unsere tägliche Arbeit einbringen wird, um den Mehrwert für unsere Mandanten weiter zu steigern.

 

Auch im ersten Quartal 2026 hat DRH im Performance Projekt VII der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz die Benchmark geschlagen. Damit setzen wir unsere erfolgreiche Teilnahme fort.

Worum geht es im Performance Projekt VII?

Seit Oktober 2021 messen sich im Performance Projekt VII führende Häuser im Private Banking mit dem Ziel, reale Kundenanforderungen besser zu erfüllen als ein ETF Portfolio. Auch im ersten Quartal 2026 übertraf DRH diese Benchmark zum wiederholten Mal.

Was bedeutet das?


Unsere Vermögensverwaltung steht für eine klare Strategie, eine disziplinierte Umsetzung und Ergebnisse, die messbar sind. Leistung, die im Wettbewerb Bestand hat. Darauf können sich unsere Mandanten verlassen.

n-tv.de vom 25.03.2026:

Nach den Strafzöllen ist es nun der Krieg gegen den Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump an den Finanzmärkten für Turbulenzen sorgt. Wie gefährlich die Entwicklung ist, hat ntv.de mit vier Experten diskutiert.

ntv.de: Der Ölpreis ist nach dem Angriff der USA und Israels gegen den Iran kräftig gestiegen und hat die Aktienkurse unter Druck gesetzt. Ist das Schlimmste bereits eingepreist?

Marco Rumpf: Ein Teil der Risiken ist durch den sprunghaften Anstieg des Ölpreises bereits in den Märkten eingepreist. Entscheidend ist jetzt vor allem die weitere Entwicklung rund um die Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert wird. Wir sehen aktuell eher einen kurzfristigen geopolitischen Impuls. In solchen Phasen reagieren Märkte zwar nervös, stabilisieren sich aber, sobald keine weitere Eskalation erfolgt.

Marco Kretschmann: Richtig. Ein großer Teil des direkten Öl- und Geopolitikschocks ist inzwischen in Energie, Airlines, Chemie, zyklischen Aktien und in den Zinserwartungen verarbeitet. Aber nicht vollständig eingepreist sind die Zweitrundeneffekte: längere Lieferausfälle, schwächeres Wachstum, höhere Inflation und sinkende Gewinnschätzungen.

Reinhard Pfingsten: Der Dreh- und Angelpunkt ist die Dauer der faktischen Sperre der Straße von Hormus, insbesondere der Tanker zum Transport der arabischen Öl-Produktion. Derzeit geht der Markt wie auch wir von nur einer kürzeren Zeit aus, da die wesentlichen Parteien kein Interesse an einer langfristigen Unterbrechung haben.

Michael Wittek: Klar ist, dass die Aktienmärkte trotz Korrekturen noch relativ ruhig verlaufen.

Trump sagt, er wolle den Krieg schnell beenden. Aber kommt der so einfach aus der Geschichte raus?

Wittek: Trump könnte sich jederzeit im Iran zurückziehen und den Krieg für beendet erklären. Welches Umfeld wir dann im Nahen Osten vorfinden, ist offen.

Rumpf: Ein zügiger Ausstieg wäre zwar im politischen Interesse der USA, ist aber keineswegs garantiert. Für die Märkte bleibt entscheidend, ob es gelingt, eine weitere Eskalation zu vermeiden – oder ob sich der Konflikt verselbstständigt.

Kretschmann: Entscheidend ist die Lage rund um die Straße von Hormus. Solange dort Unsicherheit herrscht, bleibt auch der Druck auf die Märkte bestehen.

Selbst wenn sich die Amerikaner ab morgen wieder zurückziehen: Wie gravierend sind die Folgen des Kriegs für die Realwirtschaft und die Aktienmärkte?

Pfingsten: In den USA haben wir zwar auch hohe Benzinpreise, die auf den Konsum drücken – gleichzeitig dürften aber die Unternehmensinvestitionen im Ölsektor steigen und diesen Effekt kompensieren. Auch hier gilt – solange keine Angebotsknappheit durch eine lange Unterbrechung der Straße von Hormus entsteht und die alternativen Transportwege zum Beispiel durch Pipelines und alternative Produzenten wie Russland reibungslos funktionieren, wird der Einfluss gering sein.

Wittek: Klar ist, dass einige Lieferketten gestört sind. Sofern sich die Lage jedoch zügig entspannt, gehen wir davon aus, dass die Aktienmärkte durch diese wirtschaftliche Delle hindurchschauen werden.

Kretschmann: Ich bin da etwas weniger optimistisch. Ein Ölpreis im Bereich von 100 Dollar wirkt wie eine zusätzliche Steuer. Energieintensive Branchen geraten unter Druck, Transportkosten steigen, Konsumenten werden vorsichtiger. Für die Börsen bedeutet das: weniger Spielraum für steigende Bewertungen und zunehmender Druck auf die Gewinne.

Die Internationale Energieagentur hat ihre 32 Mitgliedstaaten gebeten, Ölreserven freizugeben. Gleichzeitig erlauben die USA Russland zeitlich begrenzt, wieder Öl auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Können diese Maßnahmen die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran kompensieren?

Rumpf: Über die Meerenge von Hormus laufen rund 20 Prozent des globalen Ölangebots – fällt dieser Transportweg weg, entsteht ein strukturelles Angebots- und vor allem Logistikproblem. Strategische Reserven und zusätzliches russisches Öl können zwar Angebot bereitstellen, ersetzen aber nicht die fehlenden Transportkapazitäten.

Kretschmann: Ja genau. Reserven ersetzen nicht dauerhaft eine freie Schifffahrtsroute, und alternative Mengen ändern nichts daran, dass Logistik, Qualität der Rohölsorten und Transportkosten ein Problem bleiben. Kurz gesagt: Das ist ein Puffer, jedoch keine echte Lösung.

Pfingsten: Was bisher noch niemand diskutiert hat: Was passiert eigentlich mit all diesem zusätzlichen Öl, das auf den Weltmeeren unterwegs ist, wenn die Straße Hormus wieder geöffnet wird. Das dürfte den Ölpreis signifikanter unter Druck bringen.

Wie lange müssen wir mit einem Ölpreis im Bereich von 100 Dollar pro Barrel rechnen?

Kretschmann: Solange die geopolitische Lage angespannt bleibt, kann sich dieses Niveau über Wochen oder Monate halten.

Rumpf: In unserem Basisszenario – also ohne nachhaltige Eskalation, insbesondere ohne anhaltende Störungen in der Straße von Hormus – dürfte der Preis eher temporär erhöht bleiben und sich mit einer Entspannung wieder deutlich normalisieren.

Pfingsten: Die Termin-Kontrakte auf eine Lieferung in sechs Monaten liegen derzeit bei 83 US-Dollar. Insofern geht der Markt von einer klaren zeitlichen Begrenzung aus.

Die USA produzieren mehr Öl und Gas, als sie selbst verbrauchen, und sind damit weniger stark von einem Lieferstopp im Nahen Osten betroffen. Wie sieht es mit den anderen Regionen der Welt aus?

Pfingsten: Per se ist jeder betroffen, der die hohen Preise zahlen muss, auch der Konsument in den USA. Aber China und auch andere asiatische Länder müssen sich derzeit tatsächlich andere Lieferanten suchen. Der große Profiteur ist Russland, während Deutschland energieintensiv produziert und Energie importieren muss.

Wittek: Aber China hat zunächst ausreichend Reserven. Nur die kleineren asiatischen Länder kommen schnell an ihre Grenzen.

Kretschmann: Am verwundbarsten sind Asien und in zweiter Linie Europa. Viele asiatische Volkswirtschaften sind deutlich stärker von Energieimporten aus dem Golf abhängig. Dort schlagen Angebotsausfälle, höhere Frachtraten und teurere Raffinerieprodukte besonders schnell auf Wachstum und Inflation durch.

Kann die amerikanische Notenbank angesichts des gestiegenen Ölpreises und damit auch höheren Inflationserwartungen die Zinsen senken, wie es die Anleger vor Ausbruch des Kriegs erwartet hatten?

Rumpf: Die Fed steht aktuell in einem klassischen Zielkonflikt ihres Doppelmandats. Der gestiegene Ölpreis erhöht kurzfristig den Inflationsdruck, gleichzeitig zeigen die jüngsten Konjunkturdaten bereits eine Abschwächungstendenz. Das spricht dafür, dass Zinssenkungen zwar verzögert werden können, aber nicht grundsätzlich vom Tisch sind.

Pfingsten: Das sehen wir ähnlich. Wir gehen davon aus, dass die Kernrate ohne Energie nicht groß steigen wird, und rechnen weiterhin mit zwei Zinssenkungen in diesem Jahr. Wir haben jedoch den ersten Schritt auf Juli verschoben.

Wittek: Widerspruch. Die Fed wird die Zinsen wohl kaum senken können. Nur, wenn eine Rezession vor der Tür steht. Das will wohl keiner.

Die Sorgen um Künstliche Intelligenz (KI) sind angesichts des Kriegs im Nahen Osten in den Hintergrund getreten. Trotzdem die Frage: Wie groß ist die Gefahr, dass hier angesichts der enormen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur eine Blase platzt?

Wittek: Das sehe ich nicht. Dennoch stellt sich die Frage, ob die massiven Investitionen in die Infrastruktur auf die Margen drücken.

Rumpf: Aktuell sehen wir keine klassische Blasenbildung im KI-Sektor. Die hohen Investitionen in Infrastruktur spiegeln vor allem reale Nachfrage und erwartete Produktivitätsgewinne wider.

Kretschmann: Sollte sich jedoch zeigen, dass die Erträge nicht mithalten, könnte die Stimmung schnell kippen. Noch trägt die Wachstumsfantasie – aber die Fallhöhe steigt.

Pfingsten: Ungesund war und ist die Konzentration auf einzelne große US-Unternehmen in einer Art Ökosystem, den sogenannten Magnificent 7. Hier sehen wir weiterhin Anpassungsbedarf. Daher sind wir auch kein Freund von Indizes wie dem MSCI World, in dem diese Unternehmen ein sehr hohes Gewicht besitzen.

Gleichzeitig sorgen sich immer mehr Menschen, dass KI umfangreich Arbeitsplätze vernichtet.

Pfingsten: Das passt irgendwie in der Marktinterpretation nicht zusammen. Wir hinterfragen die Sinnhaftigkeit nach Investitionen im KI-Bereich, gleichzeitig haben wir Sorge vor dem Erfolg von KI.

Wittek: Wie immer in der Geschichte werden jedoch auch neue Jobs geschaffen, die es bisher nicht gab.

Rumpf: Trotzdem sind die Sorgen grundsätzlich nachvollziehbar – und werden durch Studien wie den Citrini-Report zusätzlich verstärkt. Dort wird ein Szenario skizziert, in dem KI zu massiven Produktivitätssprüngen führt, gleichzeitig aber auch zu deutlichen Jobverlusten und einem Rückgang der Löhne, weil viele Tätigkeiten automatisiert werden.

Auch die Strafzölle sind in den Hintergrund gerückt, zu Recht?

Kretschmann: Nein. Der Krieg dominiert kurzfristig die Schlagzeilen, aber die Zollfrage bleibt ein strukturelles Risiko. Die Trump-Regierung arbeitet weiter an einem globalen Zollregime von zunächst zehn Prozent, mit angekündigter Anhebung auf 15 Prozent.

Rumpf: Die USA verfolgen damit das Ziel, ihr Handelsbilanzdefizit zu reduzieren und stärker auf heimische Wertschöpfung zu setzen. In Teilen hat das bereits zu einer Rückverlagerung von Produktion und damit auch zu Beschäftigungseffekten geführt. Gleichzeitig wirken Zölle auch als Einnahmequelle für den Staat und können das Haushaltsdefizit entlasten.

Pfingsten: Die Zölle belasten vor allem den US-Konsumenten, verändern aber nicht das positive Wachstumsumfeld in der Welt und den USA.

Sollten Anleger Geld in Anleihen parken, bis sich die Aktienmärkte wieder beruhigt haben?

Kretschmann: Teilweise. Kurzlaufende, sichere Anleihen können Stabilität bringen. Ein vollständiger Rückzug aus Aktien ist jedoch nicht zwingend sinnvoll – entscheidend ist die richtige Auswahl.

Pfingsten: Das sehe ich ähnlich. Eine Beimischung von Anleihen macht immer Sinn. Aber deswegen jetzt aus den Aktien hinauszugehen, macht keinen Sinn – eher investiert bleiben und breit aufgestellt zu sein, ist jetzt entscheidend.

Wittek: Liquide zu sein, ist sehr wichtig, um Chancen nutzen zu können. Und diese werden kommen.

Kommen wir zum Gold. An einem Tag steigt es, weil das Edelmetall als ultimative Versicherung gegen geopolitische Risiken gilt. Den anderen Tag fällt es, weil es Inflationssorgen gibt und Gold keine Zinsen abwirft. Was ist richtig?

Rumpf: Beide Argumente sind grundsätzlich richtig – und genau daraus erklärt sich die aktuelle Volatilität beim Goldpreis.

Pfingsten: Allerdings halten wir die Inflationssorgen für übertrieben.

Kretschmann: Gold bleibt ein klassischer Krisenschutz.

Wittek: Für uns ist und bleibt Gold ein strategisches Basisinvestment. Die Volatilität wird zunächst bleiben.

Kurze Frage zum Schluss. Wie sollten sich Anleger in diesem Umfeld positionieren?

Wittek: Wir favorisieren eine sehr breite Aufstellung in den Anlageklassen.

Pfingsten: Diversifiziert und breit aufstellen, Emerging Markets, Gold und US-Dollar beimischen und investiert bleiben.

Kretschmann: In so einem Umfeld wirken Qualität, Bilanzstärke, Preissetzungsmacht, defensive Sektoren, etwas Energie, etwas Gold und ausreichend Liquidität.

Rumpf: Wir bleiben bei einer klaren Ausrichtung auf global diversifizierte Aktienportfolios mit Fokus auf Qualität und strukturelles Wachstum. Rücksetzer sehen wir eher als Opportunität.

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Quelle: ntv.de

n-tv.de vom 13.03.2026 | Gastkommentar von Marco Rumpf:

Im Iran sowie in der Ukraine herrschen Krieg und die Staaten sind immer höher verschuldet. Gleichzeitig notieren viele Aktienmärkte nahe ihren Höchstständen. Das wirkt wie ein Widerspruch – als hätte sich die Börse von der wirtschaftlichen Realität abgekoppelt. 

Ein genauerer Blick zeigt jedoch ein anderes Bild. Derzeit wirken tatsächlich zwei strukturelle Kräfte gleichzeitig, die historisch häufig den Beginn längerer Marktphasen markieren: steigende Liquidität im Finanzsystem und ein neuer technologischer Produktivitätsschub.

Der Einfluss der Liquidität auf die Kapitalmärkte wird häufig unterschätzt. Langfristig reagieren Vermögenspreise stark auf Veränderungen der globalen Geldmenge. Ist mehr Kapital im System vorhanden, steigt typischerweise auch die Nachfrage nach Anlageklassen wie Aktien oder Immobilien.

Liquidität allein erklärt jedoch keine langfristig steigenden Aktienkurse. Entscheidend ist, ob sie auch auf reale wirtschaftliche Dynamik trifft. Genau hier kommt der zweite große Treiber der kommenden Jahre ins Spiel: ein neuer Produktivitätsschub durch Künstliche Intelligenz (KI). Große Technologieunternehmen investieren derzeit massiv in die entsprechende Infrastruktur – von Rechenzentren über Chips bis hin zu Softwareplattformen.

Zum Vergleich: Im Jahr 2024 investierten Meta, Microsoft, Amazon und Alphabet zusammen circa 200 Milliarden US-Dollar in KI. Aktuellen Schätzungen zufolge soll dieses Volumen bis zum Jahr 2030 auf rund 550 Milliarden Dollar anwachsen. Dieser Investitionszyklus zählt bereits jetzt zu den größten der Technologiegeschichte. Solche Phasen markieren häufig den Beginn neuer Innovationszyklen, die weit über einzelne Branchen hinauswirken.

KI sorgt für deutliche Produktivitätsgewinne 

Der entscheidende Effekt liegt jedoch nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer wirtschaftlichen Wirkung. So zeigen beispielsweise Studien der Stanford University, dass KI die Bearbeitungszeit vieler Aufgaben drastisch reduzieren kann – in manchen Branchen um mehr als die Hälfte. Besonders stark sind die Effizienzgewinne in Bereichen wie Programmierung, Datenanalyse oder technischen Tätigkeiten. Technologien mit solchen Effekten werden in der Ökonomie als Querschnittstechnologien bezeichnet. Ähnlich wie Elektrizität oder das Internet verändern sie ganze Wirtschaftsstrukturen.

Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: steigende Produktivität. Und Produktivität ist langfristig der wichtigste Treiber für wachsende Gewinne. Genau deshalb lassen sich die Kurssteigerungen vieler Aktienmärkte in den vergangenen Jahren weniger durch spekulative Übertreibung als durch reale Gewinnsteigerungen erklären.

Wenn man diese beiden Entwicklungen zusammen denkt, ergibt sich eine interessante Perspektive für die kommenden Jahre. Liquidität schafft die finanziellen Rahmenbedingungen für Investitionen. Produktivität sorgt dafür, dass diese zu realem Wachstum und steigenden Unternehmensgewinnen führen.

Historisch betrachtet entstehen die stärksten Marktphasen meistens dann, wenn genau diese Kombination wirkt: Es steht ausreichend Kapital im System zur Verfügung und es gibt gleichzeitig einen technologischen Innovationsschub.

No risk, no fun 

Ein technologischer Produktivitätsschub ist natürlich nicht frei von Risiken. Der viel diskutierte Bericht „The 2028 Global Intelligence Crisis“ von Citrini Research beschreibt beispielsweise ein Szenario, in dem Unternehmen ihre Produktivität zwar massiv steigern, gleichzeitig jedoch viele Tätigkeiten automatisiert werden und zahlreiche Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. In diesem Extremfall könnten steigende Unternehmensgewinne mit schwächeren Einkommen im Konsumsektor einhergehen.

Historisch betrachtet haben sich solche Befürchtungen jedoch selten bewahrheitet. Große technologische Sprünge – von der Elektrifizierung bis zum Internet – haben langfristig nicht zu weniger, sondern zu mehr wirtschaftlicher Aktivität geführt. Produktivität schafft neue Geschäftsmodelle, neue Nachfrage und letztlich auch neue Arbeitsplätze.

Aus Anlegersicht ist nicht entscheidend, welches Unternehmen die beste Vision hat, sondern welches neue Technologien am erfolgreichsten in Wachstum und Wettbewerbsvorteile umsetzen kann. In Phasen technologischer Transformation entscheidet daher weniger der Gesamtmarkt – sondern die Auswahl der Geschäftsmodelle, die den Produktivitätsschub tatsächlich monetarisieren können.

Die 25.000-Euro-Frage 

Bei einer Anlage von 25.000 Euro könnten etwa 60 Prozent in globale Aktien mit starkem Technologiebezug investiert werden. Diese stammen weiterhin überwiegend aus den USA. Aktien aus China und anderen asiatischen Ländern sollten jedoch nicht vernachlässigt werden. Bitcoin könnte mit circa fünf Prozent als Absicherung gegen steigende Geldmengen und Staatsverschuldung beigemischt werden. Rohstoffe könnten ähnlich gewichtet werden, da eine steigende Produktivität und eine bessere technologische Infrastruktur langfristig auch den Bedarf an physischen Ressourcen erhöhen. Eine kleine Position in kurzlaufenden Staatsanleihen sorgt für Liquidität, die bei Kurskorrekturen für Nachkäufe eingesetzt werden kann.

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