n-tv.de vom 19.06.2026:

Die Euphorie bei Künstlicher Intelligenz (KI) kennt offenbar keine Grenzen. Die Anleger ignorieren dagegen weitgehend andere Themen wie den hohen Ölpreis und die gestiegene Inflation. ntv.de hat mit vier Experten diskutiert, wie stabil die Lage an den Finanzmärkten ist.

ntv.de: Die KI-Firmen OpenAI und Anthropic planen milliardenschwere Börsengänge. Alphabet und Meta wollen Dutzende Milliarden Dollar für den Ausbau ihrer KI-Rechenzentren einsammeln. Überfordert dieser enorme Kapitalbedarf nicht langsam die Finanzmärkte?

Nietho Bruhn: Nach unserer Ansicht nicht. Auch wenn dies Größenordnungen sind, die vor wenigen Jahren noch schwer vorstellbar waren, stellen sich die Kapitalmärkte darauf ein.

Michael Wittek: Liquidität ist ausreichend vorhanden. Solange die Börsianer positiv bleiben, besteht keine große Gefahr. 

Reinhard Pfingsten: Die wenigen großen Listings könnten dieses Jahr mehr Kapital aufnehmen als der gesamte US‑IPO‑Markt 2025. Eine Überforderung sehen wir jedoch nicht, zumal der platzierte Free Flow dann doch relativ klein ist. Zudem erwarten wir eine Umverteilung aus anderen Bereichen in das KI-Segment hinein. 

Marco Rumpf: Die Finanzmärkte sind dafür gemacht, Kapital in die produktivsten Bereiche zu lenken. Gefährlich wird es erst, wenn aus den Milliarden für Rechenzentren keine Milliarden an Erträgen werden. 

Vor kurzem hat eine positive Äußerung von Nvidia-CEO Jensen Huang über den Chip-Entwickler Marvell dessen Aktien um rund 20 Prozent nach oben getrieben. Sind das nicht Symptome einer Blase? 

Wittek: Wenn wir wirklich in einer Blase wären, würden wir dort am Anfang oder mittendrin sein. Die Bewertungen waren zur Dot.com-Blase deutlich höher. 

Rumpf: Die entscheidende Frage ist, ob Geschäft entsteht. Bei Marvell ist das der Fall: Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 63 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar, getrieben durch KI-Nachfrage im Datacenter-Geschäft. 

Bruhn: Solange es gelingt, dass die sehr hohen Wachstumserwartungen erfüllt werden, sind auch entsprechende Kurssteigerungen nachvollziehbar. Anleger sollten jedoch berücksichtigen, dass es auch mal entsprechend scharfe Gegenbewegungen geben kann, sollten die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden. 

Unbestritten sorgt KI für enorme Produktivitätsgewinne, zum Beispiel bei der Software-Entwicklung oder im Kundendienst. KI kostet jedoch auch enorme Mengen an Geld. Überwiegen die Chancen oder die Risiken? 

Pfingsten: Ob die hohen Investitionskosten Früchte tragen, wird sich final vermutlich erst in einigen Jahren beurteilen lassen. Aber derzeit stufen wir die Chancen höher als die Risiken ein. Je nach Industriesektor kann die Produktivität gesteigert werden, neue Geschäftsmodelle werden sich etablieren und wer als Arbeitnehmer das Werkzeug KI richtig einsetzt, kann damit seine Leistungsfähigkeit steigern. Ich bin jedoch auch fest der Meinung, dass es Menschen geben wird, die mehr verlieren als gewinnen werden. 

Bruhn: Das sehe ich ähnlich. Nach unserer Einschätzung überwiegen eindeutig die Chancen.

Rumpf: KI ist in vielen Bereichen längst aus der Spielzeugecke raus. Wer mit Entwicklern, Researchern oder Serviceeinheiten spricht, merkt: Das ist nicht mehr „nice to have“, sondern wird operativer Standard. 

Wittek: Und KI wird vielen Unternehmen zu massiven Kosteneinsparungen verhelfen. 

Aktien mit KI-Fantasie steigen, der Bitcoin fällt. Eigentlich gilt die Kryptowährung als Technologie-Investment. Wie passt das zusammen? 

Rumpf: KI verkauft Produktivität. Dahinter stehen Umsätze, Budgets, Cloud-Verträge, Softwareentwicklung, Automatisierung und künftig Cashflows. Bitcoin verkauft vor allem Knappheit, Vertrauen und Liquidität. 

Marco Rumpf ist seit 1998 als geschäftsführender Gesellschafter bei der DRH Vermögensverwaltung GmbH tätig. Dort verantwortet der Bankkaufmann und Bankfachwirt die Bereiche Risikomanagement, Portfoliomanagement sowie die strategische Unternehmensführung. 

Bruhn: Wir betrachten die Anlageklassen Kryptowährungen und Aktien getrennt. 

Pfingsten: Ich sehe in den gegenläufigen Entwicklungen keinen Widerspruch, da wir Kryptowährungen immer als Wette eingestuft haben. Ich würde es eher so beschreiben, dass das Geld von „abstrakten Tech-Wetten“ (Bitcoin) zu „konkreten Ertragsmaschinen“ (KI-Unternehmen) fließt.

Andere Themen spielen an den Finanzmärkten dagegen derzeit kaum eine Rolle – zum Beispiel der zeitweise hohe Ölpreis. Unterschätzen die Anleger die entsprechenden Risiken? 

Wittek: Die Anleger setzen darauf, dass sich die Lage im Nahen Osten mittelfristig entspannt. 

Pfingsten: Viele Investoren gehen davon aus, dass der Ölpreisanstieg ein temporärer Schock ist und danach wieder das immer noch vorhandene Wirtschaftswachstum im Vordergrund steht. Dies ist auch unsere Meinung. 

Bruhn: In der Breite überwiegt nach wie vor die Hoffnung, dass der Iran-Konflikt in absehbar über einen (faulen) Kompromiss beigelegt wird und sich damit die Ölpreise wieder normalisieren. Damit dürfte über die kommenden Monate dann auch die Inflation wieder sinken. 

Zuletzt ist die Inflation jedoch aufgrund der höheren Öl- und Gaspreise gestiegen. Wie groß ist noch der Spielraum der amerikanischen Notenbank Fed für Zinssenkungen? 

Rumpf: Wir glauben, dass die Fed derzeit erheblichen Spielraum für Zinssenkungen hat, da die zugrunde liegende Inflation im Kern bereits bei etwa 1,2 bis 1,3 Prozent liegt und der jüngste Preisdruck bei Energie lediglich ein vorübergehender Schock ist. 

Pfingsten: Wir sind da etwas weniger optimistisch und stufen den Spielraum der US‑Notenbank für Zinssenkungen als begrenzt ein. Aber er ist noch vorhanden. Konkret rechnen wir damit, dass es im Dezember 2026 sowie im März 2027 noch zwei Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte gibt. 

Wittek: Da bin ich anderer Meinung. Die Fed hat derzeit überhaupt keinen Spielraum. 

Mit der Inflation sind auch die Zinsen gestiegen. Zehnjährige-US-Staatsanleihen bieten eine Rendite von rund 4,5 Prozent. Sind sie damit für Anleger attraktiv oder stellen sie ein Risiko für die Aktienmärkte dar? 

Bruhn: Mit der politischen Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald Trump und der künftigen Entwicklung des US-Dollars gegenüber anderen Währungen gibt es zwei Einflussfaktoren, die nicht zu vernachlässigen sind und die die Attraktivität von US-Staatsanleihen in Frage stellen. 

Wittek: Ich halte es für möglich, dass Aktien und Renditen parallel ansteigen, solange der Investitionsboom anhält. 

Rumpf: Wir glauben, dass die aktuelle Rendite von etwa 4,5 Prozent kein strukturelles Risiko für die Aktienmärkte darstellt, sondern vielmehr signalisiert, dass der Anleihemarkt unsere Einschätzung sinkender Inflationsraten teilt. 

Eigentlich ist es doch eher ungewöhnlich, dass die Zinsen und die Aktienmärkte gleichzeitig steigen? 

Pfingsten: Ja, das ist ungewöhnlich, weil höhere Zinsen normalerweise eine Bremse für Aktien sind. Im Moment funktioniert das nur, weil außergewöhnlich starke Wachstumserwartungen – vor allem durch KI – dagegenhalten. Dauerhaft ist diese Kombination aber selten – früher oder später setzt sich meist einer der beiden Faktoren durch. 

Wittek: Solange die Renditen nicht schlagartig steigen, kann dieser Zustand jedoch noch anhalten. 

Bruhn: Auch überwiegt weiterhin die Hoffnung, dass sich der Zinsanstieg – maßgeblich durch die Folgen des Iran-Krieges befeuert – mit einer Beruhigung des Konfliktes schnell wieder erledigen wird, soweit sich die Inflation wieder beruhigt. 

Die Wall Street notiert gemessen am S&P 500 auf Rekordniveau. Dasselbe gilt allerdings auch für die Bewertungen. Sind die amerikanischen Aktienmärkte reif für eine Korrektur? 

Rumpf: Wir halten die Korrekturangst bei US-Aktien für übertrieben. Der Markt ist teuer, klar. Entscheidend ist aus unserer Sicht jedoch, ob die Unternehmen in diese Bewertungen hineinwachsen. Genau dafür gibt es aktuell gute Argumente. KI und Automatisierung sorgen für mehr Wachstum, höhere Produktivität und bessere Margen. 

Pfingsten: Das Gewinnwachstum der US-Unternehmen war im ersten Quartal 2026 außergewöhnlich hoch und dies nicht nur wegen der Technologie-Werte. Das Kurspotenzial für die zweite Jahreshälfte stufen wir aufgrund des bereits erreichten Bewertungsniveaus jedoch als moderat ein, so dass wir derzeit eine neutrale Positionierung des US-Aktienmarktes vertreten. 

Bruhn: Bisher konnten viele Technologieunternehmen, die aufgrund ihrer hohen Gewichtung maßgeblich für die aktuellen Höchststände sind, die sehr hohen in sie gesteckten Wachstumserwartungen weitestgehend erfüllen. Falls das nicht der Fall sein sollte, könnte eine scharfe Korrektur die Folge sein. Mittelfristig könnte der Weg zu weiteren Höchstständen aber intakt bleiben. 

Wittek: Die Bewertungen sind zwar hoch. Nur sind sie das bereits ziemlich lange. Das allein löst offensichtlich keine Korrektur aus. 

Sind andere Regionen nicht attraktiver – zum Beispiel Europa oder die Schwellenländer? 

Wittek: Gerade die Schwellenländer sehen wir als sehr interessant an. Sie haben das Potenzial sowohl stärker als die USA als auch Europa zu laufen. 

Rumpf: Außerhalb USA finden wir vor allem Teile Asiens interessant – insbesondere Japan, Korea und Taiwan. Dort trifft teilweise günstigere Bewertung auf starke industrielle Positionierung, etwa bei Halbleitern, Automatisierung und Technologiezulieferern. 

Pfingsten: Die Schwellenländer bleiben aus unserer Sicht die attraktivste Aktienregion, da sie von einer soliden Wachstumsdynamik, einer attraktiven Bewertung und einer überzeugenden Gewinnentwicklung getragen werden. 

Normalerweise gilt Gold als Schutz gegen Inflation und geopolitische Risiken. Seit dem Beginn des Irankriegs fällt jedoch der Preis für das Edelmetall. Wie erklären sie sich das? 

Bruhn: Bei dieser Betrachtung sollte berücksichtigt werden, dass der Goldpreis in den vergangenen fünf Jahren um knapp 150 Prozent angestiegen ist, so dass Gewinnmitnahmen für den jüngsten Rückgang ausschlaggebend sind. 

Wittek: Der Wind hat kurzfristig gedreht. Einige Staaten mussten Gold verkaufen, um Geld für die Verteidigung freizumachen. Andere um ihre eigene Währung zu stabilisieren. Wir sehen Gold jedoch weiterhin als wertvollen Bestandteil im Portfolio an. 

Rumpf: Gold bleibt eine Absicherung. Der Markt preist aktuell aber eher einen Produktivitätsboom als Panik ein. 

Pfingsten: Außerdem verläuft die Korrektur geordnet und wird von stabiler Nachfrage gestützt. Insgesamt sehen wir darin eine Konsolidierung innerhalb eines intakten Aufwärtstrends. Langfristige Faktoren wie die hohe US-Staatsverschuldung und die Fragmentierung der Weltwirtschaft sprechen weiter für die strategische Bedeutung von Gold. 

Wie sollten sich Anleger in diesem Umfeld positionieren? 

Pfingsten: Die Kapitalmärkte bleiben durch geopolitische Spannungen und steigende Energiepreise geprägt, zeigen sich jedoch dank solider Unternehmensgewinne bemerkenswert widerstandsfähig. Vor diesem Hintergrund halten wir an einer insgesamt neutralen Aktienpositionierung fest. An den Rentenmärkten sorgt der inflationsbedingte Renditeanstieg für Gegenwind. 

Rumpf: Bei Aktien zählen Umsatzwachstum, Margen, Cashflows und die Frage, welche Erwartungen im heutigen Kurs schon enthalten sind. Ergänzend sehen wir Bitcoin auf den aktuellen Niveaus wieder als interessanten Baustein mit attraktivem Chance-Risiko-Profil. Ausgewählte Krypto-Projekte bleiben spannend, gehören aber klar in den risikoreicheren Teil des Portfolios. Gold und Anleihen runden das Bild ab: Gold als Vertrauensschutz, Anleihen wieder als Ertragsanker.

Bruhn: Wir raten, aufgrund der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, nicht voll investiert zu sein. Anleger sollten eine höhere Quote Barmittel halten, um bei möglichen Korrekturen preiswerter nachkaufen zu können. 

Wittek: Wir favorisieren eine breit aufgestellte Vermögensallokation aus Aktien, Anleihen, Gold und möglicherweise auch marktneutralen Investmentstilen. 

 

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Quelle: ntv.de

In diesem Monat teilen wir unseren Marktkommentar in besonderer Form: als Gastbeitrag von Marco Rumpf bei DAS INVESTMENT. Im Fokus steht die Frage, warum die US-Börsen trotz Nahost-Konflikt, hoher Ölpreise und ausbleibender Zinssenkungen weiter Stärke zeigen. Die Antwort liegt vor allem in den deutlich besser als erwarteten Unternehmensgewinnen.

 

Das Investment vom 11.05.2026 | Gastkommentar von Marco Rumpf:

Ein Barrel WTI-Öl kostet fast 100 Dollar, die US-Wirtschaft schwächelt – trotzdem erreicht die Wall Street neue Rekorde. Für Marco Rumpf kein Widerspruch.

Die Straße von Hormus dominiert weiterhin die Schlagzeilen. Derzeit ist unklar, wie viele Schiffe die nur 34 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Iran und Oman passieren. Die Angaben der USA und des Irans widersprechen sich. So oder so werden es nicht besonders viele Öltanker sein.

Eine Gallone Benzin kostet in den USA derzeit mehr als 4 Dollar – für amerikanische Verhältnisse ist das ausgesprochen viel. Und eine erste Billig-Airline musste aufgrund der rasant gestiegenen Kerosinpreise bereits den Flugbetrieb einstellen.

Gleichzeitig wuchs die US-Wirtschaft im ersten Quartal nur um 2 Prozent. Das war zwar spürbar mehr als im Schlussquartal des vergangenen Jahres, die Erwartungen der Volkswirte wurden jedoch nicht erfüllt. Sie hatten beim Bruttoinlandsprodukt ein Plus von 2,3 Prozent erwartet. Trotzdem notiert der S&P 500 auf Rekordniveau.

Dieser vermeintliche Widerspruch lässt sich erklären. Die Berichtssaison zum ersten Quartal des laufenden Jahres verläuft in den USA deutlich besser als von den Analysten erwartet. Bisher haben 89 Prozent der Unternehmen des S&P 500 ihre Ergebnisse für die ersten drei Monate veröffentlicht. Diese sind insgesamt sehr viel besser ausgefallen als prognostiziert.

Deutlich über dem historischen Durchschnitt

Von den Unternehmen, die ihre Zahlen bereits publiziert haben, haben 84 Prozent diePrognosen der Unternehmensanalysten übertroffen. Dass die US-Firmen besser als erwartet abschneiden, ist nicht ungewöhnlich. Das Ausmaß ist es schon. In den zurückliegenden fünf Jahren haben im Durchschnitt 78 Prozent der Unternehmen beimGewinn je Aktie die Erwartungen übertroffen. In den vergangenen zehn Jahren waren es„nur“ 76 Prozent.

Nicht nur die Zahl der Unternehmen, die die Prognosen schlagen, fällt ausgesprochen positiv aus, sondern auch das Ausmaß der Überraschungen. Die gemischte Gewinnwachstumsrate, also die tatsächlichen Ergebnisse von Unternehmen, die bereits berichtet haben, und die geschätzten Ergebnisse von Unternehmen, die noch keine Zahlenvorgelegt haben, lag zuletzt bei 27,7 Prozent. Ende März, als noch keine tatsächlichen Ergebnisse publiziert waren, sondern ausschließlich Prognosen, belief sich der Wert noch auf 13,1 Prozent. Die Gewinne der US-Unternehmen steigen also deutlich stärker alsursprünglich erwartet.

Vor allem die Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation und Nicht-Basiskonsumgüter erzielen deutlich höhere Gewinne als von den Analysten vorhergesagt. Auch die Branchen Rohstoffe, Finanzen und Industrie schneiden auffallend positiv ab. Das zeigt, dass nicht nur die großen amerikanischen Technologiekonzerne mit KI-Fantasie für das Gewinnmomentum sorgen, sondern mittlerweile der breite Markt. Von der digitalenRevolution profitieren eben nicht nur die Mag 7, sondern auch ein Unternehmen wie Caterpillar. Enttäuschend schneiden hingegen die Unternehmen aus dem Healthcare-Sektor ab.

Das Ende dieser extrem positiven Entwicklung ist noch nicht in Sicht. Die erwarteten Gewinnwachstumsraten für das zweite Quartal wurden zuletzt zum Teil deutlich nach oben revidiert. Am stärksten ist dies im Energiesektor der Fall. Hier erwartet der Markt für das zweite Quartal eine Gewinnsteigerung von fast 102 Prozent. Ende März lag das prognostizierte Plus noch bei etwas mehr als 45 Prozent. Dabei fällt auf, dass die Gewinnmarge im Energiesektor zuletzt leicht rückläufig war. Das erwartete Gewinnwachstum resultiert also nicht aus einer operativen Effizienzsteigerung, sondern aus einer massiv höheren Nachfrage.

Frühindikator signalisiert Wachstum

Es gibt noch eine weitere Entwicklung, die für die Wall Street positiv stimmt. Im Februar stieg der ISM-Einkaufsmanagerindex auf mehr als 50 Punkte, was auf Wachstum hindeutet. Jetzt signalisieren extrem hohe Investitionen in Halbleiter auf einen weiteren Anstieg des Frühindikators auf über 60 Punkte. Das spricht für ein extrem starkes Wirtschaftswachstum der USA.

Ein Manko gibt es derzeit jedoch dennoch: Die Fed wird dieses Jahr wohl nicht mehr die Zinsen senken. Dagegen sprechen die (zu) hohe Inflation und der robuste Arbeitsmarkt. Dafür ist vor den Midterms mit fiskalischen Stimuli zu rechnen.

Die Bären führen immer wieder an, die Wall Street sei sehr hoch bewertet. Auf den ersten Blick mag das stimmen. Doch die US-Unternehmen rechtfertigen diese Bewertungen mit ihrer starken Gewinndynamik immer wieder. Insgesamt lässt das ein weiteres gutes Aktienjahr in den USA erwarten – trotz des Konflikts im Nahen Osten.

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Projekt September 2025:

In der Familienwohngruppe Planitz des „Zwickauer Kinderhausverein e.V.“ leben Kinder und Jugendliche in einem stabilen und liebevollen familienähnlichen Zuhause. Sie erhalten Unterstützung im Alltag, in der Schule und in ihrer persönlichen Entwicklung. Mit dem Projekt „Vom Apfel zum Apfelsaft“ sollten die Kinder lernen, was alles dazugehört, um Apfelsaft selbst herzustellen. Dabei wird ihnen vermittelt, Verantwortung zu übernehmen und mit handwerklichem Geschick im Team zu arbeiten. Letztendlich erleben die Kinder wie schön es ist, etwas Eigenes und Sinnvolles geschaffen zu haben. Damit dieses Projekt umgesetzt werden konnte, haben wir gern die nötige Grundausstattung für die Herstellung von Apfelsaft finanziert.

Projekt Dezember 2025:

Die Frühförderstelle der „Lebenshilfe Westsachsen e.V.“ Wilkau-Haßlau kümmert sich um Kinder mit Sprachstörungen. Für die gezielte Förderung und Behandlung entwicklungsverzögerter und behinderter Kinder wurden verschiedene Arbeitsmaterialien benötigt. Damit können ganzheitliche Förder- und Therapieinhalte besser umgesetzt werden. Die Sprachentwicklung, als wichtiger Bestandteil in der kindlichen Entwicklung, beginnt schon frühzeitig und ist im besonderen gesellschaftlichen Interesse. Ziel ist es, den betroffenen Kindern den Einstieg in ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Unsere Stiftung hat dieses Projekt gern mit einem Betrag in Höhe von 1.800 € unterstützt.

Projekt November 2025:

Im Gelände des SBBZ-Freizeitzentrums „Alter Bahnhof“ in Wilkau-Haßlau befindet sich ein Indianercamp mit Spielplatz, der schon etwas in die Jahre gekommen ist. Einige Spielgeräte sind beschädigt oder veraltet, und der Platz entspricht nicht mehr in allen Bereichen den heutigen Anforderungen an Sicherheit und Inklusion. Deshalb möchte der Sprach,- Bildungs- und Beratungszentrum e.V. den Spielplatz nicht nur renovieren, sondern auch durch ein bis zwei neue Spielgeräte ergänzen. Viele Kinder, die diesen Spielplatz besuchen, kommen u.a. aus schwierigen Familienverhältnissen oder / und hatten belastende Erlebnisse. Einige von ihnen sind traumatisiert. Diese Kinder müssen mit sozialen und individuellen Einschränkungen leben, die ihren Alltag stark prägen.

Für dieses umfassende Projekt konnten wir dankenswerterweise den Verein „Leser helfen“ der „Freien Presse“ gewinnen und somit die Finanzierung gemeinsam ermöglichen. Die DRH Stiftung Kinderhilfe beteiligte sich an den Kosten mit einem Betrag in Höhe von 3.000 EUR.

Projekt November 2025:

In der „Heilpädagogischen Wohngruppe“ Reichenbach/Vogtl. leben 9 Kinder und Jugendliche, die aus den verschiedensten Gründen nicht bei ihren Eltern aufwachsen können und von 5 pädagogischen Fachkräften rund um die Uhr betreut werden. Dort erfahren die Heranwachsenden echte Anteilnahme, Engagement und viel liebevolle und persönliche Zuwendung. Die Einrichtung der Kinderarche Sachsen e.V. verfügt über ein Außengelände, das dringend erneuert werden musste, da es nicht mehr zu den verschiedenen Bedürfnissen der Kinder passte. Dabei ist gerade der Außenbereich für die Kinder sehr wichtig – als Ort zum Austoben, Entspannen, für Bewegung und Begegnungen. Hier entstehen Freundschaften, wächst Vertrauen und hier kann Kindheit wieder leicht sein. Deshalb wollte die Einrichtung das Außengelände zu einem lebendigen, sicheren und naturnahen Erlebnisraum gestalten, der allen Altersgruppen gerecht wird.

Für dieses anspruchsvolle Projekt konnten wir abermals den Verein „Leser helfen“ der „Freien Presse“ um Hilfe bitten und somit die Finanzierung gemeinsam ermöglichen. Herzlichen Dank!

Der April 2026 stellt Anleger vor eine ungewöhnliche Herausforderung: Selten klaffte die Wahrnehmung an den Märkten so weit auseinander wie derzeit. Auf der einen Seite dominieren geopolitische Schlagzeilen – ein aktiver Krieg im Nahen Osten, die größte Unterbrechung des globalen Ölhandels seit den 1970er Jahren, ein Ölpreis, der zeitweise über 125 USD je Barrel notierte. Auf der anderen Seite berichten die Unternehmen, in die wir für Sie investiert sind, Quartal für Quartal von steigenden Gewinnen, positiver Guidance und robusten Margen.

Diese Divergenz ist nicht nur auffällig – sie ist historisch einmalig. Zum ersten Mal überhaupt stiegen die Gewinnschätzungen für den S&P 500 in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen, während die Aktienkurse im gleichen Zeitraum nachgaben. Was auf den ersten Blick beunruhigend wirkt, ist aus unserer Sicht ein klares Signal: Der Markt bewertet derzeit Risiken, keine Fundamentaldaten. Und genau darin liegt die Opportunität.

Wir nutzen diesen Kommentar, um Ihnen einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Wochen zu geben – von der geopolitischen Lage rund um die Straße von Hormus, über bedeutende regulatorische Weichenstellungen im digitalen Finanzbereich bis hin zu den Unternehmenszahlen des IV. Quartals 2025 und dem Ausblick auf die laufende Berichtssaison. Darüber hinaus erläutern wir, warum wir unsere Portfolioallokation im Energiebereich gezielt erweitert haben.

Unser Fazit vorweg: Wir bleiben investiert. Die fundamentale Basis ist intakt – und die Geschichte spricht dafür, dass sie sich gegenüber der Stimmung durchsetzen wird.

Geopolitik — Iran-Krieg und die Straße von Hormus

Am 28. Februar 2026 initiierten die USA und Israel koordinierte Luftangriffe auf iranische Militär- und Nuklearanlagen: Operation Epic Fury. Der Iran reagierte mit Raketenbeschuss auf US-Basen und israelische Städte und sperrte am 2. März die Straße von Hormus für den kommerziellen Schiffsverkehr.

Die strategische Bedeutung dieser Meerenge lässt sich kaum überschätzen: Rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gashandels passieren täglich das nur 34 Kilometer schmale Nadelöhr zwischen Iran und Oman. Die IEA bezeichnete die Schließung als größte Energieversorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarkts. Brent Crude stieg von rund 73 USD vor Kriegsbeginn auf zeitweise über 125 USD je Barrel, der US-Benzinpreis überschritt die Marke von vier Dollar je Gallone, und die Erwartung von Fed-Zinssenkungen für 2026 wurde faktisch vom Tisch genommen.

Am 8. April vereinbarten Washington und Teheran einen vorläufigen Waffenstillstand – die Märkte reagierten mit einer kräftigen Erholungsrallye, der Dow Jones verzeichnete seinen besten Tag seit einem Jahr. Die Erleichterung war jedoch nur von kurzer Dauer: Die Straße blieb de facto geschlossen, die Friedensgespräche in Islamabad scheiterten am 12. April, und Präsident Trump verkündete eine Marine- Blockade des Seewegs.

Unsere Einschätzung: Die Lage bleibt fragil, und kurzfristige Volatilität ist einzukalkulieren. Gleichzeitig zeigen die Märkte trotz allem eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Entscheidend ist dabei ein Blick hinter die Inflationsschlagzeile: Der Anstieg des US-Verbraucherpreisindex auf 3,3 Prozent im März ist nahezu vollständig auf den kriegsbedingten Energiepreisanstieg zurückzuführen – die Kerninflation, die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert, lag zuletzt bei lediglich 0,2 Prozent im Monatsvergleich. Für die Federal Reserve – und damit für die Zinsperspektive – ist die Kerninflation der maßgebliche Steuerungsindikator. Solange sie moderat bleibt, kann die Fed den ölpreisbedingten Inflationsschub als temporär einordnen und muss nicht mit restriktiven Maßnahmen reagieren. Das erhält den geldpolitischen Handlungsspielraum und stützt mittelfristig die Kapitalmärkte. In Kombination mit intakten Unternehmensgewinnen gibt uns das die Zuversicht, investiert zu bleiben.

Portfolioanpassungen — Energie breiter aufgestellt

Im vergangenen Monat haben wir unsere Portfolioallokation gezielt um den Energiesektor erweitert. Grundlage ist eine strukturelle Überzeugung: Politische und wirtschaftliche Stärke haben nur die Länder und Regionen, welche dauerhaften Zugriff auf preiswerte Energie haben, da die Nachfrage nach Energie in den kommenden Jahren massiv wachsen wird.

Wir setzen dabei bewusst auf die Aktienseite, also auf Produzenten, Minenbetreiber und Energieunternehmen selbst – und nicht auf rohstoffbasierte Zertifikate oder Future-Produkte. Der Grund ist struktureller Natur: Futures-basierte Produkte unterliegen sogenannten Rolleffekten, die entstehen, wenn auslaufende Kontrakte regelmäßig in neue umgeschichtet werden müssen. In einer Terminkurve, bei der spätere Liefertermine teurer sind als aktuelle, dem sogenannten Contango, führt dieses Rollen systematisch zu Performanceverlusten, die sich langfristig erheblich aufsummieren können. Aktienbasierte Investments in Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette bilden den strukturellen Nachfragetrend dagegen ohne diesen Kostennachteil ab und profitieren zusätzlich von Unternehmensgewinnen, Dividenden und operativem Hebel auf den Rohstoffpreis.

Konkret haben wir drei ETFs allokiert, die sich in ihrer Investitionsthese ergänzen: Kupferminen als Profiteure der KI-Infrastruktur, Uran und Kernkraft als gesicherte Grundlastlösung für den wachsenden Strombedarf, sowie breit aufgestellte Energieunternehmen aus den Industrieländern als stabiles Fundament – mit besonderem Fokus auf nordamerikanische Produzenten, die von erhöhten Ölpreisen profitieren, ohne den geopolitischen Risiken des Nahen Ostens direkt ausgesetzt zu sein.

Makrobild USA

Das makroökonomische Umfeld der USA bleibt trotz der geopolitischen Belastungen konstruktiv. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,7 Prozent – moderat, aber aufwärtsgerichtet, und damit das zehnte Quartal in Folge mit positivem Wachstum. Der Arbeitsmarkt präsentiert sich stabil: Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent, die Einkaufsmanagerindizes notieren mit 52,4 bis 52,6 Punkten klar im Expansionsbereich.

Die Inflationsdaten verdienen eine differenzierte Betrachtung. Der Verbraucherpreisindex stieg im März auf 3,3 Prozent, getrieben nahezu ausschließlich durch den kriegsbedingten Energiepreisanstieg. Die Kerninflation, die für die Fed der maßgebliche Steuerungsindikator ist, lag zuletzt bei lediglich 0,2 Prozent im Monatsvergleich und signalisiert keinen breit verankerten Preisdruck. Das gibt der Notenbank die Möglichkeit, den Ölpreisschock als temporär einzuordnen, ohne mit restriktiven Maßnahmen reagieren zu müssen. Zinssenkungen sind für 2026 zwar vorerst vom Tisch, ein struktureller geldpolitischer Gegenwind ist die aktuelle Lage jedoch nicht.

Insgesamt bleibt das Fundament solide: eine wachsende Wirtschaft, ein stabiler Arbeitsmarkt und eine Notenbank, die Handlungsspielraum hat.

Fundamentaldaten unserer Allokation

Die Berichtssaison zum IV. Quartal 2025 hat ein klares Bild hinterlassen: Die Unternehmen, in die wir für Sie investiert sind, liefern. 76 Prozent der S&P 500-Unternehmen übertrafen die Gewinnschätzungen der Analysten – exakt im Einklang mit dem langfristigen Zehnjahres-Durchschnitt. Das Gewinnwachstum lag bei 13,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert damit das fünfte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum. Das Umsatzwachstum von 8,8 Prozent war das höchste seit dem III. Quartal 2022 – und bereits das 21. Quartal in Folge mit positivem Umsatzwachstum.

Ein Blick auf unser Portfolio bestätigt dieses Bild und übertrifft es in Teilen sogar. Von den 115 Unternehmen in unserer Allokation, die im Berichtszeitraum Quartalszahlen veröffentlicht haben, lieferten 77,4 Prozent positive Gewinnüberraschungen und 74,8 Prozent positive Umsatzüberraschungen. Besonders hervorzuheben sind einzelne Positionen, die deutlich über den Erwartungen lagen: T-Mobile übertraf die Gewinnschätzungen um über 20 Prozent bei gleichzeitig positiver Kursreaktion, Mitsubishi Corp. überzeugte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn mit deutlichen positiven Überraschungen, und Amphenol – ein zentraler Zulieferer für KI-Infrastruktur und Rechenzentren – meldete eine positive Gewinnüberraschung von rund 23 Prozent. Auch Technologiewerte wie Meta, Microsoft und Nvidia lieferten solide Ergebnisse mit positiven Überraschungen.

Dass die Kurse nach der Meldung nicht durchgehend positiv reagierten – lediglich bei rund der Hälfte der Unternehmen – ist weniger ein Zeichen fundamentaler Schwäche als vielmehr Ausdruck des aktuellen Marktumfelds: Gute Zahlen werden eingepreist, Enttäuschungen hingegen unmittelbar abgestraft. Das unterstreicht, warum der Blick auf die Fundamentaldaten wichtiger ist als der Blick auf kurzfristige Kursreaktionen.

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass außergewöhnliche geopolitische Ereignisse außergewöhnliche Nervenstärke erfordern. Der Iran-Krieg und die Schließung der Straße von Hormus haben die Energiemärkte erschüttert, die Inflation kurzfristig angetrieben und die Stimmung an den Kapitalmärkten belastet. Doch wer hinter die Schlagzeilen schaut, findet ein anderes Bild: Die Unternehmen, in die wir investiert sind, wachsen, liefern positive Überraschungen und blicken zuversichtlich nach vorne.

Ausblick & Fazit

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Fünf Quartale in Folge zweistelliges Gewinnwachstum. Rekordwerte bei positivem Ausblick. Insider, die ihr eigenes Kapital einsetzen. Und eine historisch einmalige Situation, in der steigende Gewinnschätzungen auf fallende Kurse treffen – eine Konstellation, die in der Geschichte der Kapitalmärkte noch nie ohne anschließende Kurskorrektur nach oben geblieben ist.

Wir haben die aktuelle Lage genutzt, um unser Portfolio strukturell weiterzuentwickeln. Die Erweiterung im Energiebereich – mit Fokus auf Kupfer, Kernkraft und globale Energieproduzenten – ist keine reaktive Entscheidung auf den Iran-Krieg, sondern die konsequente Fortsetzung unserer langfristigen Investitionsthese: Die Welt braucht mehr Energie, und die Unternehmen, die diese liefern, werden davon profitieren, unabhängig davon, wann die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet ist.

Unsere Haltung bleibt unverändert: Wir bleiben investiert. Nicht trotz der aktuellen Unsicherheit, sondern weil die Fundamentaldaten uns darin bestätigen.

VERFASST VOM RESEARCH-TEAM DER DRH VERMÖGENSVERWALTUNG GMBH

 

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Jede Investmententscheidung sollte deshalb unter Zuziehung eines qualifizierten Beraters und Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse des Anlegers geprüft werden. Bitte setzen Sie sich dazu persönlich mit uns in Verbindung. 

Soweit steuerliche oder rechtliche Belange berührt werden, sollten diese vom Adressaten mit seinem Steuerberater bzw. Rechtsanwalt geprüft und erörtert werden. 

„Frag nicht, was etwas kostet, sondern was etwas wert ist.“ Dieser Leitsatz stand im Zentrum des Seminars „Relationing“, das unsere Kollegin Nadja Münzner kürzlich in Frankfurt am Main besuchte.

Die Veranstaltung der VuV-Akademie bildete für sie einen ersten Baustein im Zuge ihrer Weiterbildung zum zertifizierten Wealth Manager. Im fachlichen Austausch mit Dozent Dr. Stefan Söhngen und rund 30 Teilnehmern aus ganz Deutschland wurde eines deutlich: Bei der DRH Vermögensverwaltung sind echtes Netzwerken und ein nachhaltiger Beziehungsaufbau bereits tief in unserer DNA verankert.

Das Seminar bot eine hervorragende Plattform, um unsere bestehenden Standards zu reflektieren und wertvolle neue Impulse für unsere Beratungspraxis mitzunehmen.

Kontinuierliche Entwicklung als Unternehmenswert

Bei der DRH Vermögensverwaltung steht die kontinuierliche fachliche Weiterentwicklung unseres Teams an erster Stelle. Wir freuen uns, Nadja Münzner bei diesem nächsten Karriereschritt gezielt zu fördern und wünschen ihr viel Erfolg bei den kommenden Modulen ihrer Ausbildung. Wir sind gespannt auf den weiteren Input, den sie in unsere tägliche Arbeit einbringen wird, um den Mehrwert für unsere Mandanten weiter zu steigern.

 

Auch im ersten Quartal 2026 hat DRH im Performance Projekt VII der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz die Benchmark geschlagen. Damit setzen wir unsere erfolgreiche Teilnahme fort.

Worum geht es im Performance Projekt VII?

Seit Oktober 2021 messen sich im Performance Projekt VII führende Häuser im Private Banking mit dem Ziel, reale Kundenanforderungen besser zu erfüllen als ein ETF Portfolio. Auch im ersten Quartal 2026 übertraf DRH diese Benchmark zum wiederholten Mal.

Was bedeutet das?


Unsere Vermögensverwaltung steht für eine klare Strategie, eine disziplinierte Umsetzung und Ergebnisse, die messbar sind. Leistung, die im Wettbewerb Bestand hat. Darauf können sich unsere Mandanten verlassen.

n-tv.de vom 25.03.2026:

Nach den Strafzöllen ist es nun der Krieg gegen den Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump an den Finanzmärkten für Turbulenzen sorgt. Wie gefährlich die Entwicklung ist, hat ntv.de mit vier Experten diskutiert.

ntv.de: Der Ölpreis ist nach dem Angriff der USA und Israels gegen den Iran kräftig gestiegen und hat die Aktienkurse unter Druck gesetzt. Ist das Schlimmste bereits eingepreist?

Marco Rumpf: Ein Teil der Risiken ist durch den sprunghaften Anstieg des Ölpreises bereits in den Märkten eingepreist. Entscheidend ist jetzt vor allem die weitere Entwicklung rund um die Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert wird. Wir sehen aktuell eher einen kurzfristigen geopolitischen Impuls. In solchen Phasen reagieren Märkte zwar nervös, stabilisieren sich aber, sobald keine weitere Eskalation erfolgt.

Marco Kretschmann: Richtig. Ein großer Teil des direkten Öl- und Geopolitikschocks ist inzwischen in Energie, Airlines, Chemie, zyklischen Aktien und in den Zinserwartungen verarbeitet. Aber nicht vollständig eingepreist sind die Zweitrundeneffekte: längere Lieferausfälle, schwächeres Wachstum, höhere Inflation und sinkende Gewinnschätzungen.

Reinhard Pfingsten: Der Dreh- und Angelpunkt ist die Dauer der faktischen Sperre der Straße von Hormus, insbesondere der Tanker zum Transport der arabischen Öl-Produktion. Derzeit geht der Markt wie auch wir von nur einer kürzeren Zeit aus, da die wesentlichen Parteien kein Interesse an einer langfristigen Unterbrechung haben.

Michael Wittek: Klar ist, dass die Aktienmärkte trotz Korrekturen noch relativ ruhig verlaufen.

Trump sagt, er wolle den Krieg schnell beenden. Aber kommt der so einfach aus der Geschichte raus?

Wittek: Trump könnte sich jederzeit im Iran zurückziehen und den Krieg für beendet erklären. Welches Umfeld wir dann im Nahen Osten vorfinden, ist offen.

Rumpf: Ein zügiger Ausstieg wäre zwar im politischen Interesse der USA, ist aber keineswegs garantiert. Für die Märkte bleibt entscheidend, ob es gelingt, eine weitere Eskalation zu vermeiden – oder ob sich der Konflikt verselbstständigt.

Kretschmann: Entscheidend ist die Lage rund um die Straße von Hormus. Solange dort Unsicherheit herrscht, bleibt auch der Druck auf die Märkte bestehen.

Selbst wenn sich die Amerikaner ab morgen wieder zurückziehen: Wie gravierend sind die Folgen des Kriegs für die Realwirtschaft und die Aktienmärkte?

Pfingsten: In den USA haben wir zwar auch hohe Benzinpreise, die auf den Konsum drücken – gleichzeitig dürften aber die Unternehmensinvestitionen im Ölsektor steigen und diesen Effekt kompensieren. Auch hier gilt – solange keine Angebotsknappheit durch eine lange Unterbrechung der Straße von Hormus entsteht und die alternativen Transportwege zum Beispiel durch Pipelines und alternative Produzenten wie Russland reibungslos funktionieren, wird der Einfluss gering sein.

Wittek: Klar ist, dass einige Lieferketten gestört sind. Sofern sich die Lage jedoch zügig entspannt, gehen wir davon aus, dass die Aktienmärkte durch diese wirtschaftliche Delle hindurchschauen werden.

Kretschmann: Ich bin da etwas weniger optimistisch. Ein Ölpreis im Bereich von 100 Dollar wirkt wie eine zusätzliche Steuer. Energieintensive Branchen geraten unter Druck, Transportkosten steigen, Konsumenten werden vorsichtiger. Für die Börsen bedeutet das: weniger Spielraum für steigende Bewertungen und zunehmender Druck auf die Gewinne.

Die Internationale Energieagentur hat ihre 32 Mitgliedstaaten gebeten, Ölreserven freizugeben. Gleichzeitig erlauben die USA Russland zeitlich begrenzt, wieder Öl auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Können diese Maßnahmen die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran kompensieren?

Rumpf: Über die Meerenge von Hormus laufen rund 20 Prozent des globalen Ölangebots – fällt dieser Transportweg weg, entsteht ein strukturelles Angebots- und vor allem Logistikproblem. Strategische Reserven und zusätzliches russisches Öl können zwar Angebot bereitstellen, ersetzen aber nicht die fehlenden Transportkapazitäten.

Kretschmann: Ja genau. Reserven ersetzen nicht dauerhaft eine freie Schifffahrtsroute, und alternative Mengen ändern nichts daran, dass Logistik, Qualität der Rohölsorten und Transportkosten ein Problem bleiben. Kurz gesagt: Das ist ein Puffer, jedoch keine echte Lösung.

Pfingsten: Was bisher noch niemand diskutiert hat: Was passiert eigentlich mit all diesem zusätzlichen Öl, das auf den Weltmeeren unterwegs ist, wenn die Straße Hormus wieder geöffnet wird. Das dürfte den Ölpreis signifikanter unter Druck bringen.

Wie lange müssen wir mit einem Ölpreis im Bereich von 100 Dollar pro Barrel rechnen?

Kretschmann: Solange die geopolitische Lage angespannt bleibt, kann sich dieses Niveau über Wochen oder Monate halten.

Rumpf: In unserem Basisszenario – also ohne nachhaltige Eskalation, insbesondere ohne anhaltende Störungen in der Straße von Hormus – dürfte der Preis eher temporär erhöht bleiben und sich mit einer Entspannung wieder deutlich normalisieren.

Pfingsten: Die Termin-Kontrakte auf eine Lieferung in sechs Monaten liegen derzeit bei 83 US-Dollar. Insofern geht der Markt von einer klaren zeitlichen Begrenzung aus.

Die USA produzieren mehr Öl und Gas, als sie selbst verbrauchen, und sind damit weniger stark von einem Lieferstopp im Nahen Osten betroffen. Wie sieht es mit den anderen Regionen der Welt aus?

Pfingsten: Per se ist jeder betroffen, der die hohen Preise zahlen muss, auch der Konsument in den USA. Aber China und auch andere asiatische Länder müssen sich derzeit tatsächlich andere Lieferanten suchen. Der große Profiteur ist Russland, während Deutschland energieintensiv produziert und Energie importieren muss.

Wittek: Aber China hat zunächst ausreichend Reserven. Nur die kleineren asiatischen Länder kommen schnell an ihre Grenzen.

Kretschmann: Am verwundbarsten sind Asien und in zweiter Linie Europa. Viele asiatische Volkswirtschaften sind deutlich stärker von Energieimporten aus dem Golf abhängig. Dort schlagen Angebotsausfälle, höhere Frachtraten und teurere Raffinerieprodukte besonders schnell auf Wachstum und Inflation durch.

Kann die amerikanische Notenbank angesichts des gestiegenen Ölpreises und damit auch höheren Inflationserwartungen die Zinsen senken, wie es die Anleger vor Ausbruch des Kriegs erwartet hatten?

Rumpf: Die Fed steht aktuell in einem klassischen Zielkonflikt ihres Doppelmandats. Der gestiegene Ölpreis erhöht kurzfristig den Inflationsdruck, gleichzeitig zeigen die jüngsten Konjunkturdaten bereits eine Abschwächungstendenz. Das spricht dafür, dass Zinssenkungen zwar verzögert werden können, aber nicht grundsätzlich vom Tisch sind.

Pfingsten: Das sehen wir ähnlich. Wir gehen davon aus, dass die Kernrate ohne Energie nicht groß steigen wird, und rechnen weiterhin mit zwei Zinssenkungen in diesem Jahr. Wir haben jedoch den ersten Schritt auf Juli verschoben.

Wittek: Widerspruch. Die Fed wird die Zinsen wohl kaum senken können. Nur, wenn eine Rezession vor der Tür steht. Das will wohl keiner.

Die Sorgen um Künstliche Intelligenz (KI) sind angesichts des Kriegs im Nahen Osten in den Hintergrund getreten. Trotzdem die Frage: Wie groß ist die Gefahr, dass hier angesichts der enormen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur eine Blase platzt?

Wittek: Das sehe ich nicht. Dennoch stellt sich die Frage, ob die massiven Investitionen in die Infrastruktur auf die Margen drücken.

Rumpf: Aktuell sehen wir keine klassische Blasenbildung im KI-Sektor. Die hohen Investitionen in Infrastruktur spiegeln vor allem reale Nachfrage und erwartete Produktivitätsgewinne wider.

Kretschmann: Sollte sich jedoch zeigen, dass die Erträge nicht mithalten, könnte die Stimmung schnell kippen. Noch trägt die Wachstumsfantasie – aber die Fallhöhe steigt.

Pfingsten: Ungesund war und ist die Konzentration auf einzelne große US-Unternehmen in einer Art Ökosystem, den sogenannten Magnificent 7. Hier sehen wir weiterhin Anpassungsbedarf. Daher sind wir auch kein Freund von Indizes wie dem MSCI World, in dem diese Unternehmen ein sehr hohes Gewicht besitzen.

Gleichzeitig sorgen sich immer mehr Menschen, dass KI umfangreich Arbeitsplätze vernichtet.

Pfingsten: Das passt irgendwie in der Marktinterpretation nicht zusammen. Wir hinterfragen die Sinnhaftigkeit nach Investitionen im KI-Bereich, gleichzeitig haben wir Sorge vor dem Erfolg von KI.

Wittek: Wie immer in der Geschichte werden jedoch auch neue Jobs geschaffen, die es bisher nicht gab.

Rumpf: Trotzdem sind die Sorgen grundsätzlich nachvollziehbar – und werden durch Studien wie den Citrini-Report zusätzlich verstärkt. Dort wird ein Szenario skizziert, in dem KI zu massiven Produktivitätssprüngen führt, gleichzeitig aber auch zu deutlichen Jobverlusten und einem Rückgang der Löhne, weil viele Tätigkeiten automatisiert werden.

Auch die Strafzölle sind in den Hintergrund gerückt, zu Recht?

Kretschmann: Nein. Der Krieg dominiert kurzfristig die Schlagzeilen, aber die Zollfrage bleibt ein strukturelles Risiko. Die Trump-Regierung arbeitet weiter an einem globalen Zollregime von zunächst zehn Prozent, mit angekündigter Anhebung auf 15 Prozent.

Rumpf: Die USA verfolgen damit das Ziel, ihr Handelsbilanzdefizit zu reduzieren und stärker auf heimische Wertschöpfung zu setzen. In Teilen hat das bereits zu einer Rückverlagerung von Produktion und damit auch zu Beschäftigungseffekten geführt. Gleichzeitig wirken Zölle auch als Einnahmequelle für den Staat und können das Haushaltsdefizit entlasten.

Pfingsten: Die Zölle belasten vor allem den US-Konsumenten, verändern aber nicht das positive Wachstumsumfeld in der Welt und den USA.

Sollten Anleger Geld in Anleihen parken, bis sich die Aktienmärkte wieder beruhigt haben?

Kretschmann: Teilweise. Kurzlaufende, sichere Anleihen können Stabilität bringen. Ein vollständiger Rückzug aus Aktien ist jedoch nicht zwingend sinnvoll – entscheidend ist die richtige Auswahl.

Pfingsten: Das sehe ich ähnlich. Eine Beimischung von Anleihen macht immer Sinn. Aber deswegen jetzt aus den Aktien hinauszugehen, macht keinen Sinn – eher investiert bleiben und breit aufgestellt zu sein, ist jetzt entscheidend.

Wittek: Liquide zu sein, ist sehr wichtig, um Chancen nutzen zu können. Und diese werden kommen.

Kommen wir zum Gold. An einem Tag steigt es, weil das Edelmetall als ultimative Versicherung gegen geopolitische Risiken gilt. Den anderen Tag fällt es, weil es Inflationssorgen gibt und Gold keine Zinsen abwirft. Was ist richtig?

Rumpf: Beide Argumente sind grundsätzlich richtig – und genau daraus erklärt sich die aktuelle Volatilität beim Goldpreis.

Pfingsten: Allerdings halten wir die Inflationssorgen für übertrieben.

Kretschmann: Gold bleibt ein klassischer Krisenschutz.

Wittek: Für uns ist und bleibt Gold ein strategisches Basisinvestment. Die Volatilität wird zunächst bleiben.

Kurze Frage zum Schluss. Wie sollten sich Anleger in diesem Umfeld positionieren?

Wittek: Wir favorisieren eine sehr breite Aufstellung in den Anlageklassen.

Pfingsten: Diversifiziert und breit aufstellen, Emerging Markets, Gold und US-Dollar beimischen und investiert bleiben.

Kretschmann: In so einem Umfeld wirken Qualität, Bilanzstärke, Preissetzungsmacht, defensive Sektoren, etwas Energie, etwas Gold und ausreichend Liquidität.

Rumpf: Wir bleiben bei einer klaren Ausrichtung auf global diversifizierte Aktienportfolios mit Fokus auf Qualität und strukturelles Wachstum. Rücksetzer sehen wir eher als Opportunität.

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Quelle: ntv.de