n-tv.de vom 13.03.2026 | Gastkommentar von Marco Rumpf:

Im Iran sowie in der Ukraine herrschen Krieg und die Staaten sind immer höher verschuldet. Gleichzeitig notieren viele Aktienmärkte nahe ihren Höchstständen. Das wirkt wie ein Widerspruch – als hätte sich die Börse von der wirtschaftlichen Realität abgekoppelt. 

Ein genauerer Blick zeigt jedoch ein anderes Bild. Derzeit wirken tatsächlich zwei strukturelle Kräfte gleichzeitig, die historisch häufig den Beginn längerer Marktphasen markieren: steigende Liquidität im Finanzsystem und ein neuer technologischer Produktivitätsschub.

Der Einfluss der Liquidität auf die Kapitalmärkte wird häufig unterschätzt. Langfristig reagieren Vermögenspreise stark auf Veränderungen der globalen Geldmenge. Ist mehr Kapital im System vorhanden, steigt typischerweise auch die Nachfrage nach Anlageklassen wie Aktien oder Immobilien.

Liquidität allein erklärt jedoch keine langfristig steigenden Aktienkurse. Entscheidend ist, ob sie auch auf reale wirtschaftliche Dynamik trifft. Genau hier kommt der zweite große Treiber der kommenden Jahre ins Spiel: ein neuer Produktivitätsschub durch Künstliche Intelligenz (KI). Große Technologieunternehmen investieren derzeit massiv in die entsprechende Infrastruktur – von Rechenzentren über Chips bis hin zu Softwareplattformen.

Zum Vergleich: Im Jahr 2024 investierten Meta, Microsoft, Amazon und Alphabet zusammen circa 200 Milliarden US-Dollar in KI. Aktuellen Schätzungen zufolge soll dieses Volumen bis zum Jahr 2030 auf rund 550 Milliarden Dollar anwachsen. Dieser Investitionszyklus zählt bereits jetzt zu den größten der Technologiegeschichte. Solche Phasen markieren häufig den Beginn neuer Innovationszyklen, die weit über einzelne Branchen hinauswirken.

KI sorgt für deutliche Produktivitätsgewinne 

Der entscheidende Effekt liegt jedoch nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer wirtschaftlichen Wirkung. So zeigen beispielsweise Studien der Stanford University, dass KI die Bearbeitungszeit vieler Aufgaben drastisch reduzieren kann – in manchen Branchen um mehr als die Hälfte. Besonders stark sind die Effizienzgewinne in Bereichen wie Programmierung, Datenanalyse oder technischen Tätigkeiten. Technologien mit solchen Effekten werden in der Ökonomie als Querschnittstechnologien bezeichnet. Ähnlich wie Elektrizität oder das Internet verändern sie ganze Wirtschaftsstrukturen.

Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: steigende Produktivität. Und Produktivität ist langfristig der wichtigste Treiber für wachsende Gewinne. Genau deshalb lassen sich die Kurssteigerungen vieler Aktienmärkte in den vergangenen Jahren weniger durch spekulative Übertreibung als durch reale Gewinnsteigerungen erklären.

Wenn man diese beiden Entwicklungen zusammen denkt, ergibt sich eine interessante Perspektive für die kommenden Jahre. Liquidität schafft die finanziellen Rahmenbedingungen für Investitionen. Produktivität sorgt dafür, dass diese zu realem Wachstum und steigenden Unternehmensgewinnen führen.

Historisch betrachtet entstehen die stärksten Marktphasen meistens dann, wenn genau diese Kombination wirkt: Es steht ausreichend Kapital im System zur Verfügung und es gibt gleichzeitig einen technologischen Innovationsschub.

No risk, no fun 

Ein technologischer Produktivitätsschub ist natürlich nicht frei von Risiken. Der viel diskutierte Bericht „The 2028 Global Intelligence Crisis“ von Citrini Research beschreibt beispielsweise ein Szenario, in dem Unternehmen ihre Produktivität zwar massiv steigern, gleichzeitig jedoch viele Tätigkeiten automatisiert werden und zahlreiche Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. In diesem Extremfall könnten steigende Unternehmensgewinne mit schwächeren Einkommen im Konsumsektor einhergehen.

Historisch betrachtet haben sich solche Befürchtungen jedoch selten bewahrheitet. Große technologische Sprünge – von der Elektrifizierung bis zum Internet – haben langfristig nicht zu weniger, sondern zu mehr wirtschaftlicher Aktivität geführt. Produktivität schafft neue Geschäftsmodelle, neue Nachfrage und letztlich auch neue Arbeitsplätze.

Aus Anlegersicht ist nicht entscheidend, welches Unternehmen die beste Vision hat, sondern welches neue Technologien am erfolgreichsten in Wachstum und Wettbewerbsvorteile umsetzen kann. In Phasen technologischer Transformation entscheidet daher weniger der Gesamtmarkt – sondern die Auswahl der Geschäftsmodelle, die den Produktivitätsschub tatsächlich monetarisieren können.

Die 25.000-Euro-Frage 

Bei einer Anlage von 25.000 Euro könnten etwa 60 Prozent in globale Aktien mit starkem Technologiebezug investiert werden. Diese stammen weiterhin überwiegend aus den USA. Aktien aus China und anderen asiatischen Ländern sollten jedoch nicht vernachlässigt werden. Bitcoin könnte mit circa fünf Prozent als Absicherung gegen steigende Geldmengen und Staatsverschuldung beigemischt werden. Rohstoffe könnten ähnlich gewichtet werden, da eine steigende Produktivität und eine bessere technologische Infrastruktur langfristig auch den Bedarf an physischen Ressourcen erhöhen. Eine kleine Position in kurzlaufenden Staatsanleihen sorgt für Liquidität, die bei Kurskorrekturen für Nachkäufe eingesetzt werden kann.

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Beitrag von TV Westsachsen vom 11.03.2026:

Nicht zum ersten Mal lud am vergangenen Sonntag die DRH Stiftung Kinderhilfe zum Liedersalon ein. Unter dem Motto „Musik statt Blumen“ wurde damit der Weltfrauentag in ein ganz anderes Licht gerückt. Das absolut hochkarätige Event fand diesmal im Robert-Schumann-Konservatorium Zwickau statt.

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Das Investment vom 10.03.2026 | Gastkommentar von Marco Rumpf:

Derzeit bestimmt der Krieg der USA und Israels gegen den Iran die Schlagzeilen. US-Präsident Donald Trump dürfte jedoch an einem schnellen Ende interessiert sein, meint Marco Rumpf.

Der Krieg im Nahen Osten lässt die Volatilität an den Aktienmärkten steigen und setzt die Kurse unter Druck. Das dürfte Trump kaum gefallen. Denn die Amerikaner achten viel mehr als beispielsweise die Deutschen auf die Stimmung an der Wall Street, da sie insgesamt stärker in Aktien investiert sind. Fallen die Kurse, sinkt ihr Vermögen.

Bereits vor Ausbruch des Kriegs waren rund 60 Prozent der US-Bürger mit ihrer wirtschaftlichen Situation unzufrieden. Damit droht dem Präsidenten, die Zwischenwahlen im November zu verlieren. Dann könnte der Kongress ihn in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit ausbremsen. Aktuell liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg der Demokraten bei 44 Prozent, während ein Sieg der Republikaner mit nur 17 Prozent von polymarket.com erwartet wird.

Umfragewerte für die Midterms in den USA. Bildquelle: Polymarket.com, Stand 9.3.2026

Umfragewerte für die Midterms in den USA. Bildquelle: Polymarket.com, Stand 9.3.2026

Trump wird daher alles dafür unternehmen, die Stimmung unter den amerikanischen Verbrauchern zu verbessern, um die knappen Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus zu behalten.

Vor diesem Hintergrund sind verschiedene Maßnahmen zu erwarten. Auch wenn Trump sich bislang vage ausdrückt, dürfte er den Irankrieg schnell beenden wollen. Im Gegensatz zu Israel verfolgen die USA im Iran keine sicherheitspolitischen Interessen. Wahrscheinlich geht es in erster Linie ums Öl.

Gelingt es, ein gemäßigteres Regime an die Macht zu bringen, könnte dieses eine freundlichere Politik gegenüber den USA verfolgen. Dann könnte der Iran seine Ölquellen wieder verstärkt für den Weltmarkt öffnen. Das erklärt auch, warum die Amerikaner die Ölquellen und Raffinerien im Iran bisher verschont haben. Die Festnahme des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro hat bereits gezeigt, wie stark Trump den Einfluss auf ausländische Ölvorkommen ausweiten möchte. Das Ziel besteht darin, das weltweite Angebot zu erhöhen, um den Benzinpreis an den amerikanischen Tankstellen zu senken und somit die Stimmung von Joe Sixpack, dem amerikanischer Otto Normalverbraucher, zu verbessern.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass sich Russland im Irankrieg bislang auffällig zurückhält. Es wäre kaum überraschend, wenn die USA dafür ihre Sanktionen wieder lockern würden. Dadurch könnte möglicherweise wieder mehr russisches Öl auf den Weltmarkt gelangen.

Wenn Trump tatsächlich schnell den Irankrieg wieder beendet, kann er sich wieder voll auf Innenpolitik konzentrieren. Hier wird er voraussichtlich auf eine deutliche Ausweitung der Liquidität und niedrigere Zinsen drängen. Beide bestimmen zum überwiegenden Teil die Entwicklung an den Aktienmärkten.

Mehr Geld für das Finanzsystem 

Die erste Stellschraube, die der republikanischen Regierung zur Verfügung steht, ist der Treasury General Account (TGA). Dabei handelt es sich um das Hauptkonto des US-Finanzministeriums bei der Federal Reserve. Aufgrund des Ausgabenstopps während des sechswöchigen Shutdowns im vergangenen Jahr hat dieses Konto ein historisch hohes Niveau von circa 900 Milliarden Dollar erreicht. Ein Abbau dieser Bestände würde beträchtliche Liquidität in das Finanzsystem zurückführen.

Gleichzeitig haben die US-Bankenaufsichten eine Anpassung der sogenannten Supplementary Leverage Ratio (SLR) beschlossen, die im April 2026 in Kraft tritt. Die Reform reduziert die Kapitalanforderungen für große Banken leicht und soll verhindern, dass die Leverage-Regel Banken davon abhält, US-Staatsanleihen zu halten oder als Intermediäre im Treasury-Markt zu agieren. Dadurch könnte die Aufnahmefähigkeit und Liquidität des Anleihemarktes zusätzlich gestärkt werden.

Historisch betrachtet reagieren wachstumsorientierte Segmente besonders positiv auf verbesserte Liquiditätsbedingungen. Das gilt neben dem Aktienmarkt auch für den Kryptomarkt, der erfahrungsgemäß stark von den globalen Geldströmen beeinflusst wird.

Niedrigere Leitzinsen 

Die zweite Stellschraube, an der Trump mit Sicherheit drehen wird, ist die Zinspolitik der Fed. Im Mai tritt Kevin Warsh die Nachfolge von Jerome Powell an. Dieser hatte sich zuletzt weiteren Zinssenkungen widersetzt, zu denen Trump drängt. Das dürfte sich unter Warsh ändern. Zusätzlich haben die Terminmärkte für US-Geldmarktzinsen zuletzt deutlich gedreht. Während Investoren zuvor länger hohe Zinsen erwartet hatten, spiegeln die Preise inzwischen die Aussicht auf einen tieferen Zinssenkungszyklus in den kommenden Jahren wider.

Auch der amerikanische Finanzminister Scott Bessent rechnet offenbar fest mit niedrigeren Zinsen. Derzeit gibt er fast ausschließlich kurz laufende Staatsanleihen aus. Er geht wohl davon aus, dass er diese in naher Zukunft günstiger refinanzieren kann.

Der Spielraum für eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik ist durchaus vorhanden. So ist der Verbraucherpreisindex im Januar auf 2,4 Prozent gesunken. Im Dezember hatte die Inflation noch bei 2,7 Prozent gelegen. Damit ist die Teuerung nicht mehr weit vom Zwei-Prozent-Ziel der Fed entfernt. Sollte der Ölpreis tatsächlich wieder sinken, wäre ein weiterer Rückgang der Teuerungsrate die absehbare Folge. Der Arbeitsmarkt lieferte ebenfalls ein weiteres Signal der Abschwächung. Die am Freitag veröffentlichten Non-Farm-Payrolls blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück: Statt der erwarteten 126.000 neu geschaffenen Stellen wurde ein Rückgang der Beschäftigung um 92.000 Stellen gemeldet.

Ein nachlassender Arbeitsmarkt in Kombination mit einer sich abkühlenden Inflation eröffnet der US-Notenbank im Rahmen ihres Doppelmandats zusätzlichen Spielraum für Zinssenkungen. Niedrigere Zinsen könnten wiederum dazu beitragen, die wirtschaftliche Dynamik zu stabilisieren und neues Wachstum zu unterstützen.

Auch wenn Trump nicht nur in Deutschland sehr unbeliebt ist, wäre sein Sieg bei den Midterms aus Anlegersicht durchaus wünschenswert. Die Wall Street würde das wahrscheinlich honorieren.

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22. Liedersalon begeistert rund 140 Gäste im Robert Schumann Konservatorium

Ein bis auf den letzten Platz gefüllter Saal, beeindruckende Musik und viele gute Begegnungen: Der 22. Liedersalon der DRH Stiftung Kinderhilfe lockte am 8. März rund 140 Gäste ins Robert Schumann Konservatorium Zwickau.

Unter dem Motto „Gartenseele – Seelengarten“ gestalteten Solisten der Semperoper Dresden ein besonderes Benefizkonzert zugunsten unserer Stiftung. Der Liedersalon unter der künstlerischen Leitung von Professorin Christiane Hossfeld ist eine seit 2009 etablierte Konzertreihe und hat sich in dieser Zeit zu einem festen Bestandteil der Stiftungsarbeit entwickelt. Ausgewählte Solisten der Semperoper Dresden stellen dabei regelmäßig ihr künstlerisches Können in den Dienst eines guten Zwecks.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Sopranistin Maria Perlt-Gärtner. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme und großer Bühnenpräsenz begeisterte sie das Publikum und führte eindrucksvoll durch die verschiedenen Facetten des Programms.

Am Klavier wurde sie von Professorin Ulrike Siedel begleitet. Die erfahrene Pianistin setzte mit ihrem feinfühligen und virtuosen Spiel präzise musikalische Akzente und verlieh den Liedern klangliche Tiefe.

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann, Camille Saint-Saëns, Richard Strauss und Giacomo Meyerbeer spannten einen musikalischen Bogen durch verschiedene Epochen und Stimmungen. Der begeisterte Applaus des Publikums führte am Ende zu einer Zugabe.

Der Liedersalon verbindet musikalische Qualität mit gesellschaftlichem Engagement. Die beteiligten Künstlerinnen verzichten auf ihre Gage zugunsten der DRH Stiftung Kinderhilfe. Alle Spenden fließen vollständig in zweckgebundene Projekte, mit denen sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in Sachsen unterstützt werden.

Die DRH Stiftung Kinderhilfe dankt allen Besuchern herzlich für ihr Kommen sowie für die zahlreichen Spenden. Mit dieser Unterstützung können auch weiterhin Projekte für Kinder und Jugendliche in Sachsen umgesetzt werden, die auf besondere Hilfe angewiesen sind.

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Zunächst möchten wir einen kurzen Rückblick auf unsere jüngsten Allokationsentscheidungen geben: Die positive Entwicklung der US-Aktienmärkte in den vergangenen Monaten haben wir genutzt, um Positionen gezielt anzupassen. Konkret haben wir rund die Hälfte der im April 2025 strategisch aufgebauten Position abgebaut. Zur Erinnerung: Damals hatten wir den Aktienanteil erhöht, da der Fear-&-Greed-Index mit einem Wert von 4 extreme Angst (100 = extreme Gier) signalisierte. Historisch folgten auf vergleichbare Sentiment-Werte auf Sicht von zwölf Monaten durchweg zweistellig positive Renditen – so auch diesmal. Der aktuelle Abbau basiert daher nicht auf einer veränderten fundamentalen Einschätzung, sondern auf der deutlich gestiegenen Bewertung sowie der zunehmenden Konzentration der Marktperformance auf wenige große Einzeltitel.

Auch im Technologiesektor haben wir im Zuge der starken Kursentwicklung Gewinnmitnahmen realisiert. Die strukturellen Wachstumstreiber – insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz und Digitalisierung – bleiben intakt. Gleichwohl halten wir es in Phasen ausgeprägter Dynamik für sinnvoll, Gewichtungen regelmäßig zu überprüfen und Risikopositionen zu kalibrieren.

Parallel dazu haben wir unsere Allokation in ausgewählten asiatischen Volkswirtschaften wie Japan und Südkorea erhöht. Auf der aktuellen Bewertungsbasis sehen wir dort weiterhin attraktives Potenzial sowie eine deutlich breitere Marktstruktur. Während der US-Markt derzeit auf einem 12-Monats-Forward-KGV von rund 22 notiert, liegen Japan mit etwa 15 und China mit rund 13 auf signifikant niedrigeren Bewertungsniveaus. Vor diesem Hintergrund haben wir den asiatischen Anteil innerhalb der Aktienallokation auf 20 % erhöht.

Ergänzend sind wir eine strategische Position in Silber eingegangen. Ende Januar gab das Edelmetall innerhalb von drei Handelstagen um rund 30 % nach. Diese ausgeprägte Korrektur haben wir für den Aufbau einer strategischen Position genutzt. Neben seiner industriellen Nachfragekomponente erfüllt Silber in einem stark liquiditätsgeprägten Marktumfeld aus unserer Sicht auch eine monetäre Absicherungsfunktion.

Insgesamt wurde die Aktienquote im Zuge dieser Maßnahmen um rund fünf Prozent reduziert. Dieser Schritt ist als taktische Feinjustierung zu verstehen und nicht als Abkehr von unserer grundsätzlichen Markteinschätzung.

Zudem richten wir den Blick auf das makroökonomische Umfeld, das aus unserer Sicht weiterhin konstruktiv bleibt und die bereits im Januar skizzierte Grundtendenz bestätigt.

Ein zentraler Faktor unserer Einschätzung ist die Entwicklung der Liquidität in den USA und in China. Wir gehen weiterhin davon aus, dass sich diese im Jahresverlauf massiv ausweiten wird. Mehrere Rahmenbedingungen stützen dieses Szenario.

Inflationsseitig zeigt sich eine fortschreitende Stabilisierung. Neben dem offiziellen Verbraucherpreisindex (CPI) beobachten wir ergänzend alternative Messgrößen wie die sogenannte Truflation. Dabei handelt es sich um eine blockchain-basierte Echtzeit-Inflationsmetrik, die kontinuierlich Preisdaten aggregiert und damit zeitnäher auf Preisveränderungen reagiert als die monatlich veröffentlichten CPI-Daten. Während der CPI weiterhin moderat ausfällt, liegt die Truflation-Rate aktuell nochmals niedriger. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich der reale Preisdruck bereits weiter abgeschwächt haben könnte, als es die klassischen Statistiken bislang widerspiegeln.

Zusätzlich bleibt die Entwicklung des Treasury General Account (TGA) von Bedeutung. Dabei handelt es sich um das Hauptkonto des US-Finanzministeriums bei der Federal Reserve. Steigt der Bestand, wird dem Bankensystem Liquidität entzogen; sinkt er durch staatliche Ausgaben, fließt Liquidität zurück in den Markt. Derzeit hat dieses Konto ein historisch hohes Niveau von ca. 900 Mrd. USD erreicht. Der erwartete Abbau der Bestände würde – unabhängig von klassischen Zinsentscheidungen – Liquidität in das Finanzsystem zurückführen. Dieser Effekt hat in der Vergangenheit wiederholt unterstützend auf die Kapitalmärkte gewirkt.

Ergänzend wird in den USA derzeit eine Anpassung regulatorischer Vorgaben für Banken diskutiert, die es ermöglichen könnte, höhere Bestände an Staatsanleihen zu halten. Eine Lockerung entsprechender Kapitalanforderungen würde die Funktionsfähigkeit und Aufnahmefähigkeit des Anleihemarktes stärken und mittelbar ebenfalls liquiditätsunterstützend wirken.

Auch die jüngsten US-Konjunktur- und Inflationsdaten stützen unser positives Bild. Der Arbeitsmarkt präsentierte sich stabil: Mit 130.000 neu geschaffenen Stellen lag der Beschäftigungsaufbau deutlich über den Erwartungen, während die Arbeitslosenquote leicht auf 4,3 % zurückging. Gleichzeitig gingen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zuletzt auf 206.000 zurück – ein weiteres Indiz für anhaltende Stabilität.

Inflationsseitig setzte sich die Normalisierung fort. Der Verbraucherpreisindex lag im Januar bei 2,4 % gegenüber dem Vorjahr und damit unter dem Vormonatswert von 2,7 %. Der Core-PCE-Index (Inflationsindikator) notierte mit 3,0 % im Jahresvergleich leicht über den Erwartungen, signalisiert jedoch keine erneute Beschleunigung des Preisdrucks. Dafür spricht auch die spürbare Abkühlung am Energie- und Immobilienmarkt. Beide Komponenten machen zusammen mehr als die Hälfte des Inflationskorbs aus.

Auf der Aktivitätsseite bewegen sich die Einkaufsmanagerindizes weiterhin oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten: Der S&P Global Manufacturing PMI lag bei 51,2, der Services PMI bei 52,3. Zwar fiel das BIP-Wachstum im vierten Quartal mit 1,4 % moderater aus, bleibt jedoch klar im positiven Bereich. Die Abschwächung im BIP-Wachstum werten wir vor allem als temporären Effekt im Zusammenhang mit dem US-Shutdown, der vom 1. Oktober bis zum 12. November 2025 andauerte.

Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass zusätzliche Liquiditätsimpulse im weiteren Jahresverlauf die Kurse von Sachwertanlagen treiben. Historisch reagieren insbesondere wachstumsorientierte Segmente sensibel auf veränderte Liquiditätsbedingungen. Dies gilt neben Aktien auch für den Kryptomarkt, der erfahrungsgemäß stark von globalen Geldströmen beeinflusst wird.

Bitcoin verzeichnete seit Jahresbeginn eine Korrektur, wobei Sorgen um mögliche Risiken durch Quantencomputer als zentrales Narrativ gelten. Zwar ist es theoretisch denkbar, dass zukünftige Rechenkapazitäten kryptografische Verfahren angreifen könnten, belastbare Zeitprognosen existieren jedoch nicht.

Entscheidend ist: Bitcoin ist ein anpassungsfähiges Protokoll. Sollten technologische Risiken konkret werden, kann die Community im Rahmen von Protokollabstimmungen entsprechende Anpassungen beschließen. Insbesondere Miner und große Netzwerkakteure haben ein starkes ökonomisches Interesse am Fortbestand und an der Weiterentwicklung des Systems. Vor diesem Hintergrund ordnen wir die aktuelle Debatte als stimmungsgetrieben ein. Eine reale Quantengefahr würde zudem nicht nur Bitcoin, sondern die gesamte digitale Infrastruktur betreffen.

Unser Fazit bleibt daher unverändert: Wir bleiben investiert. Die jüngsten Transaktionen dienen der Risikosteuerung und der strukturierten Anpassung der Portfolios, nicht einer grundlegenden Veränderung unserer strategischen Ausrichtung. Die Kombination aus konstruktivem Marktumfeld, stabiler Unternehmensentwicklung und perspektivisch zunehmender Liquidität spricht weiterhin für eine positive Entwicklung der Kapitalmärkte im weiteren Jahresverlauf. An den Kapitalmärkten bestätigt sich immer wieder: Impatience keeps you broke.

Ausblick: Die weitgehend abgeschlossene Berichtssaison werden wir im kommenden Marktkommentar vertieft auswerten. Nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Monate wird entscheidend sein, inwieweit die Gewinnentwicklung die gestiegenen Bewertungen trägt und ob sich die Ertragsdynamik zunehmend breiter im Markt verankert. Die Analyse der Margenentwicklung und der Unternehmensausblicke wird dabei eine wichtige Grundlage für die weitere strategische Einordnung liefern.

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Wir haben uns bemüht, diese Angaben nach bestem Wissen und Gewissen zusammenzustellen. Sie wurden – teilweise auf Basis und unter Rückgriff der Informationen Dritter – recherchiert. Einzelne Angaben können sich insbesondere durch Zeitablauf oder infolge von gesetzlichen Änderungen als nicht mehr zutreffend erweisen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität sämtlicher Angaben kann daher keine Gewähr übernommen werden. 

Mit diesen Mitteilungen erbringen wir keine Anlageberatung und keine Vermögensverwaltung. Sie sind allgemeiner Art und können keine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestellte anleger- und objektgerechte Beratung sowie eine umfassende Risikoaufklärung ersetzen; sie berücksichtigen ferner nicht die Risikobereitschaft der Anleger bzw. Geeignetheit der Finanzprodukte. Auch soweit wir Ihnen Börsen-, Produkt- und/oder Marktinformationen liefern, stellen diese keine Anlageberatung dar. 

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Bei diesen Angaben und Informationen handelt es sich um Marketingmitteilungen gemäß Art. 36 Abs. 2 Delegierte Verordnung (EU) und nicht um Finanzanalysen. 

Jede Investmententscheidung sollte deshalb unter Zuziehung eines qualifizierten Beraters und Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse des Anlegers geprüft werden. Bitte setzen Sie sich dazu persönlich mit uns in Verbindung. 

Soweit steuerliche oder rechtliche Belange berührt werden, sollten diese vom Adressaten mit seinem Steuerberater bzw. Rechtsanwalt geprüft und erörtert werden. 

Ein weiteres Jahr erfolgreicher Stiftungsarbeit liegt hinter der DRH Stiftung Kinderhilfe. Bei der diesjährigen Stiftungsratssitzung kamen am 25.2.2026 Vorstand, Kuratorium und Stiftungsrat zusammen, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und die nächsten Schritte für 2026 festzulegen.

Zentraler Antrieb der Stiftung bleibt auch weiterhin die gemeinsame Arbeit für benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Region.

Das Jahr 2025 war für die DRH Stiftung Kinderhilfe besonders erfolgreich. Dank der Unterstützung zahlreicher Spender konnten insgesamt 36 Projekte realisiert werden. Das entspricht einer Steigerung von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ohne diesen großen Rückhalt wäre die Stiftungsarbeit in diesem Umfang nicht möglich.

Auch der Blick nach vorn spielte in der Sitzung eine wichtige Rolle. Für das Jahr 2026 hat sich die Stiftung drei zentrale Schwerpunkte gesetzt. Weitere soziale Träger sollen als Projektpartner gewonnen werden. Zudem soll die Projektarbeit in den Regionen Dresden und Leipzig ausgebaut werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Spendenakquise, um künftig noch mehr Projekte für Kinder und Jugendliche ermöglichen zu können.

 

Auch im vierten Quartal 2025 hat DRH im Performance Projekt VII der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz die Benchmark geschlagen. Das gelingt nur wenigen Teilnehmern. Wir gehörten zum wiederholten Mal dazu.

Worum geht es im Performance Projekt VII?

Seit Oktober 2021 messen sich im „Performance-Projekt VII“ führende Häuser im Private Banking mit dem Ziel, reale Kundenanforderungen besser zu erfüllen als ein ETF-Portfolio.
DRH übertraf diese ETF-Benchmark erneut mit messbarer Qualität und konsequenter Strategie.

Das bedeutet?

Unsere Vermögensverwaltung liefert, was sie verspricht: Stabilität, Weitblick und eine individuell abgestimmte Portfolioausrichtung, die im Wettbewerb standhält. Darauf können sich unsere Mandanten verlassen.

Informationen zu dem kommenden Liedersalon finden Sie hier zu gegebener Zeit.

Zunächst ein kurzer Rückblick: Das Kapitalmarktjahr 2025 war von erhöhten Schwankungen und wechselnden Einflussfaktoren geprägt. Die anhaltende Schwäche des US-Dollars, die für in € rechnende Anleger belastend wirkte, eine ausgeprägte Konsolidierungsphase im Kryptomarkt sowie die im April eingeführten US-Zölle sorgten phasenweise für unerwartete Zurückhaltung an den Märkten.

Zudem prägten politische Einflussfaktoren im IV. Quartal 2025 die Entwicklung. Insbesondere der erneute Regierungsstillstand in den USA zum Jahresende (shutdown) führte dazu, dass fiskalische Impulse verzögert wurden und Liquidität temporär gebunden blieb. Vor diesem Hintergrund hat die Entwicklung bis zum Jahresultimo als Stichtag unserer Einschätzung nach nur eingeschränkte Aussagekraft.

Insbesondere zeigt die Entwicklung zu Beginn des Jahres 2026, dass die für das vergangene Jahr erwarteten Marktbewegungen nicht ausgeblieben sind, sondern zeitlich verzögert einsetzen. Bereits die ersten beiden Handelswochen in 2026 bestätigen die übergeordnete Richtung, die wir in unseren vorherigen Marktkommentaren skizziert haben.

Wie bereits im Dezember umfassend ausgeführt, wirkt die wirtschafts- und fiskalpolitische Ausrichtung der US-Administration unter Präsident Donald Trump grundsätzlich marktstützend. Diese Effekte werden jedoch nicht unmittelbar, sondern mit zeitlicher Verzögerung sichtbar. Insbesondere steuerliche Entlastungen, Deregulierung und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen entfalten ihre Wirkung erfahrungsgemäß nicht stichtagsbezogen (Jahresultimo), sondern vielmehr im weiteren zeitlichen Verlauf.

Die temporären Marktverwerfungen im Jahr 2025 boten uns überdies punktuell Gelegenheiten für gezielte Anpassungen der Portfolios: Nach der Ankündigung neuer US-Zölle im April kam es an den Aktienmärkten zu teils erheblichen Kursschwankungen. Diese Phase erhöhter Volatilität haben wir genutzt, um die Aktienquote in den Portfolios gezielt zu erhöhen. Die anschließende Markterholung bestätigte diese Entscheidung: Die vorgenommenen Aufstockungen verzeichneten in der Folge Kurszuwächse von rund 30-40%.

Darüber hinaus haben wir im Dezember unsere Bitcoin-Positionen weiter ausgebaut. Ausschlaggebend hierfür war unter anderem der sogenannte Flash Crash im Oktober 2025, bei dem es innerhalb kurzer Zeit zu einem abrupten, liquiditätsgetriebenen Kursrückgang kam, ohne dass sich die fundamentalen Rahmenbedingungen nachhaltig verändert hätten. Solche Marktverwerfungen bieten erfahrungsgemäß Chancen für antizyklische Positionierungen. Vor diesem Hintergrund sahen wir weiterhin Potenzial für positive Kursentwicklungen und haben unsere Position entsprechend angepasst.

Ein zentraler Faktor unserer grundsätzlichen Positionierung bleibt die Liquiditätsentwicklung. Die US-Notenbank hat die Phase der quantitativen Straffung (QT) beendet und entzieht den Märkten keine zusätzlichen Mittel mehr. Gleichzeitig fließt dem Finanzsystem wieder spürbar Kapital zu. In Kombination mit fiskalischen Impulsen ergibt sich ein Umfeld, das historisch betrachtet positiv für Risikoanlagen wirkt.

Dabei spielt auch das sogenannte Treasury General Account (TGA) eine wichtige Rolle für die Liquiditätsentwicklung. Dabei handelt es sich um das Hauptkonto des US-Finanzministeriums bei der Federal Reserve, über das staatliche Einnahmen und Ausgaben abgewickelt werden. In Phasen politischer Blockaden oder eines Government Shutdowns kann dieses Konto stark anwachsen, da Ausgaben verzögert werden, während Einnahmen weiter zufließen. Wird das TGA im Anschluss wieder abgebaut, fließt Liquidität zurück in das Finanzsystem. Dieser Effekt wirkt – unabhängig von der offiziellen Geldpolitik der Notenbank – unterstützend auf die Kapitalmärkte.

Abbildung 1: Entwicklung des TGA-Kontos seit 2016 (Quelle: FRED online)

Abbildung 1: Entwicklung des TGA-Kontos seit 2016 (Quelle: FRED online)

Davon profitieren insbesondere Aktien und andere liquide Sachwerte.

Auch inflationsseitig erwarten wir eine weitere Abschwächung im Jahresverlauf 2026. Treiber hierfür sind vor allem nachlassende Wohnkosten (Housing) sowie sinkende Energiekosten, die sich erfahrungsgemäß mit zeitlicher Verzögerung in den Inflationsdaten niederschlagen. Sollte sich dieser Trend bestätigen, könnte der Spielraum der US-Notenbank größer werden als derzeit vom Markt eingepreist. In der Konsequenz halten wir es für möglich, dass die Fed im Jahr 2026 mehr als die aktuell erwarteten zwei Leitzinssenkungen vornimmt. Niedrigere Zinsen würden die finanziellen Rahmenbedingungen weiter lockern, die Liquidität im System erhöhen und die Investitionsbereitschaft von Unternehmen und Konsumenten zusätzlich begünstigen.

Neben dem Aktienmarkt sehen wir weiterhin Potenzial im Kryptobereich, der sensibel auf veränderte Liquiditätsbedingungen reagiert und sich nach unserer Einschätzung aktuell in einer konstruktiven Marktphase befindet.

Hier deutet vieles auf einen zyklischen Verlauf hin, der Parallelen zur Entwicklung im Jahr 2017 aufweist. Marktbeobachter wie Raoul Pal sehen dabei eine schrittweise Beschleunigung der Aufwärtsbewegung, getragen von steigender Liquidität, wobei sich der Zyklus zeitlich bis in das Jahr 2026 strecken könnte.

Abbildung 2: Geldmenge, Liquidität und Bitcoin (Quelle: newhedge.io)

Abbildung 2: Geldmenge, Liquidität und Bitcoin (Quelle: newhedge.io)

Zusätzliche Unterstützung erhält der Kryptomarkt auch durch die fortschreitende regulatorische Einordnung in den USA. Mit dem im vergangenen Jahr verabschiedeten GENIUS Act wurde erstmals ein klarer Rahmen für sogenannte Stablecoins geschaffen. Ziel war es, Emittenten strengere Transparenz-, Reserve- und Compliance-Vorgaben zu machen und damit Vertrauen sowie institutionelle Nutzbarkeit zu erhöhen. Aufbauend darauf soll der aktuell diskutierte CLARITY Act für eine eindeutige regulatorische Abgrenzung zwischen Wertpapieren und Rohstoffen im Kryptobereich sorgen und die Zuständigkeiten der Aufsichtsbehörden klar definieren. Diese zunehmende Rechtssicherheit dürfte dazu beitragen, weitere institutionelle Investoren anzuziehen und bislang ungenutzte Potenziale im Kryptomarkt zu erschließen.

Auf der Aktienseite erwarten wir auch weiterhin Impulse aus dem Technologiesektor. Strukturelle Treiber wie Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Digitalisierung wirken weitgehend unabhängig von kurzfristigen politischen Debatten und bleiben richtungsweisend für die Kapitalmärkte. Für 2026 werden KI-bezogene Investitionen von über 500 Mrd. USD erwartet (2024: rund 200 Mrd. USD). Nimmt die Verbreitung in den Unternehmen weiter zu und setzt sich die Kommerzialisierung fort, könnte dies Produktivität, Margen und damit die Gewinnentwicklung vieler Anbieter und Anwender spürbar beschleunigen.

Nach der schwächeren Entwicklung im vergangenen Jahr sehen wir auch im Pharma- und Gesundheitssektor für 2026 wieder Wertsteigerungspotenzial. Strukturelle Treiber wie demografische Entwicklungen und medizinischer Fortschritt sorgen hier für ein zunehmend unterstützendes Umfeld.

Für die Bewertung des aktuellen (vermeintlich bereits sehr hohen) Kursniveaus am US-Aktienmarkt ist eine langfristige Betrachtung entscheidend. Über die vergangenen fünf Jahre haben sich die Unternehmensgewinne im S&P 500 positiv entwickelt und die Kursentwicklung fundamental getragen.

Auch wenn das Jahr 2025 von erhöhten Schwankungen geprägt war, blieb die Ertragskraft der Unternehmen robust. Das aktuelle Bewertungsniveau, gemessen am Forward-KGV auf Basis der erwarteten Gewinne der kommenden zwölf Monate, liegt im Rahmen seiner historischen Durchschnittswerte. Vor diesem Hintergrund sehen wir das aktuelle Kursniveau weniger als Übertreibung, sondern vielmehr als Ergebnis nachhaltig gestiegener Unternehmensgewinne.

Ein Unsicherheitsfaktor ist und bleibt der aktuelle handelspolitische Kurs der USA. Derzeit entscheidet der Supreme Court über die Rechtmäßigkeit der von Präsident Trump verhängten Zölle. Abhängig vom Ausgang dieser Entscheidung kann es kurzfristig zu erhöhter Volatilität kommen. Die unlängst durch US-Präsident Trump erhobenen Ansprüche auf eine Angliederung Grönlands an die USA und die daraus möglicherweise resultierenden Auswirkungen auf die Zollpolitik führen zu weiterer Verunsicherung. Aus heutiger Sicht sehen wir hierin jedoch keinen nachhaltigen Belastungsfaktor für die übergeordnete, mittel- bis langfristige Marktentwicklung, sondern ein politisches Risiko mit begrenzter Reichweite.

Auch weitere politische Rahmenbedingungen rücken 2026 stärker in den Fokus: Im November wird die Halbzeit der Präsidentschaft von Donald Trump markiert und es stehen die Midterm-Elections zum Repräsentantenhaus sowie den US-Senat an. Erfahrungsgemäß gewinnen in solchen Phasen wirtschaftliche Entwicklungen besondere Bedeutung. Aus unserer Sicht wird die US-Regierung daher ein hohes Interesse daran haben, wirtschaftliche Stabilität und Wachstum zu fördern, um die eigene Position im politischen Prozess zu stärken. Ein solches Umfeld wirkt tendenziell stabilisierend für Investitionen und die Kapitalmärkte.

Unser Fazit bleibt klar: Wir bleiben bis auf Weiteres investiert. Die Kombination aus zunehmender Liquidität, fiskalischen Impulsen und strukturellem Wachstum spricht für ein weiterhin unterstützendes Marktumfeld. Wir bewegen uns bewusst in einem Risk-on-Modus und sehen gute Voraussetzungen für eine positive Entwicklung der Kapitalmärkte im weiteren Jahresverlauf.

Ihnen persönlich wünschen wir ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2026 und bitte zögern Sie nicht, bei offen gebliebenen Fragen oder für ergänzende Informationen jederzeit gern auf uns zuzukommen.

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Die hier enthaltenen Informationen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Wertpapiere und sonstiger Finanzinstrumente zu verstehen und stellen weder ein Angebot zum Erwerb noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar. 

Dargestellte Beispiele und Beispielrechnungen und Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Beschriebene bisherige Wertentwicklungen lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. 

Bei diesen Angaben und Informationen handelt es sich um Marketingmitteilungen gemäß Art. 36 Abs. 2 Delegierte Verordnung (EU) und nicht um Finanzanalysen. 

Jede Investmententscheidung sollte deshalb unter Zuziehung eines qualifizierten Beraters und Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse des Anlegers geprüft werden. Bitte setzen Sie sich dazu persönlich mit uns in Verbindung. 

Soweit steuerliche oder rechtliche Belange berührt werden, sollten diese vom Adressaten mit seinem Steuerberater bzw. Rechtsanwalt geprüft und erörtert werden. 

Das Investment vom 22.12.2025 | Gastkommentar von Marco Rumpf:

Steuererleichterungen, sinkende Zinsen und billiges Öl stärken die Kaufkraft der US-Konsumenten. DRH-Geschäftsführer Marco Rumpf erklärt bei DAS INVESTMENT, warum das die Börse beflügelt.

Es wird oft behauptet, dass von Trumps Steuerpolitik vor allem Vermögende profitieren. Das stimmt jedoch nicht ganz. Auch für mittlere und geringere Einkommen gibt es spürbare Erleichterungen. So sind beispielsweise ab 2026 Trinkgelder von der Steuer befreit. Das ist besonders für das Gastgewerbe von Bedeutung. Auch für Überstunden sind künftig keine Steuern zu zahlen, was einen Anreiz zur Mehrarbeit bietet. Das ist angesichts des Fachkräftemangels in den USA ein wichtiger Punkt.

Außerdem gelten ab dem Jahreswechsel niedrigere Steuern auf Sozialversicherungsleistungen. Vor allem die Babyboomer, von denen jährlich mehr als eine Million in Rente gehen, profitieren davon. Schließlich wird der sogenannte Salt-Abzug von 10.000 auf 20.000 US-Dollar verdoppelt, wobei es um staatliche und lokale Steuern geht.

Mehr Kaufkraft ab 2026

Die Maßnahmen werden sich spürbar auf das Einkommen vieler Millionen Amerikaner auswirken. Ohne diese Steuererleichterungen würde das nominale verfügbare persönliche Einkommen (DPI) im Jahr 2026 um 4 Prozent wachsen. Mit den Erleichterungen wird ein Wachstum von 10 Prozent erwartet. Das reale verfügbare persönliche Einkommen (RPDI) wird voraussichtlich um etwa 8 Prozent pro Jahr steigen, wodurch den Verbrauchern ab dem Beginn des neuen Jahres mehr Kaufkraft zur Verfügung steht.

Neben den Steuererleichterungen Trumps profitieren die amerikanischen Konsumenten auch vom gesunkenen Ölpreis. So ist die Sorte WTI auf Sicht eines Jahres um rund 18 Prozent gesunken. Dadurch wird für die amerikanischen Verbraucher die Fahrt zur Tankstelle spürbar günstiger.

Weitere Lockerung der Geldpolitik

Die US-Notenbank Fed hat die Leitzinsen 2025 bereits dreimal gesenkt. Spätestens ab Mai, wenn die Amtszeit des bisherigen Fed-Chefs Jerome Powell ausläuft, ist mit weiteren Zinsschritten zu rechnen. Als wahrscheinlichster Nachfolger Powells gilt Kevin A. Hassett, dicht gefolgt von Christopher J. Waller. Beide sind der Ansicht, dass niedrigere Zinssätze das reale Wachstum und die Produktivität fördern und dadurch die Inflation niedrig halten. Niedrigere Zinsen verbilligen für Unternehmen die Fremdfinanzierung und für Privatpersonen Kredite und Hypothekendarlehen beim Kauf einer Immobilie.

Die gängige Annahme, dass Wachstum gleichzeitig auch Inflation bedeutet, ist falsch. Historisch gesehen sinkt die Teuerung, wenn das reale Wachstum anzieht. Hauptsächlich, weil die Produktivität steigt. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), Blockchain, Energiespeicherung und Multi-omics-Sequenzierung wirken stark deflationär.

Die Produktivitätssteigerung liegt derzeit bei etwa 2 Prozent pro Jahr, was historisch betrachtet hoch ist. Es ist jedoch zu erwarten, dass sie 2026 auf 4 bis 5 Prozent steigen und dort gehalten werden könnte, was einen echten Durchbruch bedeuten würde.

Deutliche Impulse für die US-Wirtschaft

In den kommenden Monaten wird die US-Konjunktur noch von anderer Seite Unterstützung erfahren. Die effektive Körperschaftssteuer beläuft sich in den USA auf 10 Prozent. Damit ist sie die niedrigste in der entwickelten Welt. Das zieht Investitionen an und ist ein Grund für das Anziehen der Kapitalausgaben. Auch die rekordtiefen Unternehmenssteuern sind der Fiskalpolitik Trumps zu verdanken.

Gleichzeitig wird die Fed die Zinsen nicht nur weiter senken, sondern den Finanzmärkten auch keine Liquidität mehr entziehen. Die US-Notenbank hat ihre quantitative Straffung (Quantitative Tightening, QT) bereits zum 1. Dezember beendet, wodurch dem System effektiv 30 bis 35 Milliarden Us-Dollar pro Monat hinzugefügt werden.

Hinzu kommt die erwartete Auflösung des Treasury General Account (TGA), in dem sich während des Regierungsstillstands 350 Milliarden US-Dollar angesammelt hatten. Das wird ebenfalls Liquidität in das System zurückführen und die Entwicklung der Liquidität ziemlich dramatisch umkehren.

Die Kapitalausgaben haben sich bereits entschieden gedreht und beschleunigen sich wieder. Das ist ein weiterer wichtiger Hinweis darauf, dass die Steuerpolitik Trumps funktioniert. Vor allem KI treibt die Ausgaben an, wobei die Investitionen in Rechenzentren nicht mehr nur auf KI beschränkt sind. Kapitalausgaben sind einer der größten Multiplikatoren in der Wirtschaft.

Richtungswechsel bei Immobilien

Noch einmal zurück zum amerikanischen Konsumenten. Der Wohnungsmarkt hat sich bislang sehr schwach entwickelt, könnte jedoch 2026 eine der positiven Überraschungen des Jahres werden. Die Erschwinglichkeit von Immobilien wird signifikant steigen, da die Hypothekenzinsen – auch dank der Politik der Fed – sinken werden. Sie sind bereits um 80 Basispunkte gefallen.

Gleichzeitig werden die Preise für Neubauten voraussichtlich nachgeben. Die Lagerbestände an Neubauten sind sehr hoch – fast so hoch wie vor der Finanzkrise. Dies wird die Bauherren wahrscheinlich dazu veranlassen, die Preise zu senken, um an der nächsten Bau-Welle teilzunehmen. Da Mieten und Wohnkosten 40 Prozent der Teuerung (CPI) ausmachen, wird dies die Inflationsindikatoren in den nächsten Jahren entscheidend beeinflussen.

Ein zusätzlicher Unterstützungsfaktor kommt aus dem Ausland. Das US-Handelsdefizit ist festgefahren. Chinas riesiger Handelsüberschuss von 100 Milliarden US-Dollar pro Monat wird als Zeichen einer schwachen Binnenwirtschaft in China und als deflationärer Unterstrom interpretiert. Dieser wird in den Rest der Welt exportiert, direkt und auf Umwegen auch in die USA. Das wirkt ebenfalls inflationshemmend, erhöht den Spielraum der Fed und kommt der realen Kaufkraft der Konsumenten zugute.

Die Aussichten für die amerikanischen Verbraucher – und damit auch für die Wall Street – sind deutlich besser als vielfach eingeschätzt.

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